Kinderhandy zum Schulstart?!

10. August 2017 | 9:09 Uhr | Alexander Weiß
Kinderhandy Kinder Handy

Oft ist es eine Frage der Generation, die entscheidet, wie man zum Umgang von Kindern mit Handys bzw. Smartphones steht. Gerade zum Beginn eines jeden Schuljahres stellen sich zahlreiche Eltern Fragen rund um das Thema Handy: Ab welchem Alter ist mein Kind für ein Handy bereit? Welches Gerät oder Kinderhandy kommt dafür in Frage? Welchen Tarif sollte ich wählen? Dieser Beitrag bringt ein wenig Licht ins Dunkel und hilft möglicherweise bei der Entscheidungsfindung.

Ab wann ist mein Kind alt genug für ein Handy?

Grundsätzlich kann ich Ihnen sagen, dass es nicht das eine Alter gibt, ab dem Ihr Kind bereit für ein Handy ist. Wir haben eher festgestellt, dass es auf die individuelle Entwicklung und die Umstände Ihres Kindes ankommt. In der Grundschule kann Ihr Kind beispielsweise die Funktionen eines Smartphones noch nicht vollumfänglich nutzen, da es auf einige Probleme stoßen wird. Die Schrift lesen und mit der virtuellen Tastatur zu schreiben, sind nur zwei der vielen Schwierigkeiten, auf die ein Kind bei einem Smartphone stoßen kann.

Falls Sie sich trotzdem sicherer fühlen, wenn Ihr Kind ein Telefon dabei hat, dann empfehlen wir auf ein Kinderhandy mit Tastenfunktion zurückzugreifen. Hier ist zumindest das Eingeben von Telefonnummern schneller erledigt als bei einem Smartphone und der Geldwert ist noch relativ gering. Zudem ist ein Tastenhandy in dem Alter keine schlechte Wahl, denn grundlegende Bedienanweisungen merken sich die Kleinen in der Regel spielend leicht.

Redmi 9c Oberfläche

Das Xiaomi Redmi 9c ist ein klassisches Einsteiger-Smartphone für kleines Geld

Sobald Ihr Kind richtig Lesen und Schreiben kann sowie den Großteil der Funktionen eines Smartphones versteht, empfehlen wir darüber nachzudenken, auf ein im Vergleich umfangreicheres Einsteiger-Smartphone als sog. Kinderhandy zurückzugreifen. Das ist ebenso günstig zu bekommen. Bei den Kindern in unserem Shop ist dies meist ab einem Alter von etwa 10 Jahren der Fall. Es kann, wie schon am Anfang des Beitrags genannt, auch durchaus der Fall sein, dass Ihr Kind mit neun oder sogar acht Jahren bereit für ein Smartphone ist. Wie es mit diesem Umgeht und ob die Funktionen verstanden werden, können Sie am besten zu Hause austesten.

Unsere Feststellungen, dass der Trend bei Kindern zum eigenen Smartphone führt, zeigen und bestätigen auch diverse Statistiken. Laut einer Bitkom-Studie aus 2015 haben bereits 84% aller Kinder zwischen 12 und 13 Jahren ein eigenes Smartphone mit in der Schule. Darüber diskutieren wir auch oft mit Eltern. Muss das denn überhaupt sein?

Smartphone als Statussymbol für Kinder?

Einige der Eltern, die zu uns in den Shop kommen, möchten nicht, dass Ihr Kind in diesem Alter ein Smartphone besitzt. Diese erzählen dann, dass es eine gewisse Drucksituation in der Schule gibt. Andere Kinder besitzen ein Smartphone und in vielen Fällen wird man schnell in die Außenseiterrolle gedrückt, wodurch selbst diese eher kritischen Eltern letztendlich den Kauf eines Smartphones forcieren. Ich glaube auf der einen Seite, dass dieser Druck existiert aber auf der anderen Seite grundsätzlich nicht weiter schlimm ist. Auch ich hatte in der Schule bestimmte Gegenstände oder Spielzeug, was zu einem gewissen Zeitpunkt eben „Trend“ war. Da wollte auch ich dabei sein.

Ein Kinderhandy oder Smartphone stellt eben den aktuellen Trend dar, der nicht mehr verteufelt werden sollte wie Pokemon und Co zu früheren Zeiten. Im Gegenteil: Sowohl mit den Grundfunktionen eines Smartphones als auch mit den Spielereien gibt es grundsätzlich mehr Nutzen für Kind und Eltern als ohne. Betrachten wir beispielsweise einfach nur den Teilbereich der Kommunikation. Sie als Elternteil bleiben mit Ihren Kindern in Kontakt und können deren Aktivitäten nachverfolgen.  Ihre Kinder hingegen können sich mit ihren Freunden austauschen und verabreden. Hat Ihr Kind kein Smartphone, so läuft es Gefahr von den Klassenkameraden zum Schwimmen, Radfahren und Co nicht eingeladen zu werden. Es rutscht in die Außenseiterrolle. Bestimmte Kommunikationswege, wie WhatsApp, Facebook oder anderen Messaging-Diensten werden nun mal in den Klassenzimmern bevorzugt.

Wir empfehlen allen Eltern trotzdem, ihr Kind klar im Thema des Datenschutzes umfangreich zu unterrichten. Viel zu schnell sind sensible Daten wie Fotos, Videos oder Telefonnummern im Internet gelandet. Dort sind die Daten dann in aller Regel zeitlich unbegrenzt abrufbar. In den meisten Fällen bieten wir den Eltern zusätzliche Software an, die den Gebrauch des Smartphones nach Belieben einschränken und beispielsweise das Hochladen von Bildern untersagen.

Welches Kinderhandy kaufen?

Grundsätzlich müssen sich unsere Kunden zwei Fragen stellen. Soll ihr Kind ein Smartphone oder ein Handy mit Tasten bekommen. Außerdem ist es immer eine Frage des Budgets. In der Kategorie der Tastentelefone beginnen die Preise bei überschaubaren 20 Euro. Funktional dürfen die Erwartungen in dieser Preisklasse jedoch nicht zu hoch sein. Außer Telefonieren und das Verschicken von SMS ist nicht mehr möglich. Sollte ja aber in der Regel auch für die ganz Kleinen ausreichen.

Das klassische Tastenhandy

Ab ca. 50 Euro ist zusätzlich noch eine Kamera auf der Rückseite der Tastenhandys verbaut. Die Qualität ist natürlich nicht mit denen aktueller Smartphones zu vergleichen, die Kameras lösen in dieser Preisklasse mit etwa 5 Megapixel auf. Wie ich vorhin schon erwähnt habe, empfehlen wir diese Art des Handys für Kinder im Grundschulalter, die nur im Notfall erreichbar sein sollen. Bei uns im Shop sind viele Eltern überrascht, dass die Tastengeräte zu ganz humanen Preisen gekauft werden können. Zwischen 20 und 50 Euro liegen die Gerätepreise.

Impression Galaxy A12

Das Galaxy A12 von Samsung ist ein klassisches Einsteiger-Smartphone, welches sich sicherlich auch für Kinder gut eignet

Innen allen Preisklassen verfügbar: Das Smartphone

Spätestens in der Mittelschule oder auf dem Gymnasium wird der Drang nach einem Smartphone immer größer. Bei den kleinen Computern sind die Preisunterschiede zwischen den einzelnen Geräten ebenso groß wie derer Funktionen. Brauchbare Smartphone wie ein Samsung Galaxy A21s fangen aber auch in dieser Kategorie schon bei knapp über 100 Euro an. Derzeitige High-End-Geräte für das Xiaomi Mi 11 kosten dagegen ein Vielfaches davon. Aber ein solch teures Top-Smartphone ist für Kinder nicht notwendig.

Xiaomi Mi 11 Kamera Design

Aktuelle Highend-Geräte wie das Xiaomi Mi 11 sind für Kinder nicht zu empfehlen

Daher schauen wir gemeinsam mit den Eltern nach dem benötigten Funktionsumfang für das Kind und wählen das richtige Gerät gemeinsam und sorgfältig aus. Telefonie, Google, WhatsApp, Fotos und ein paar Online-Videos decken hier schon oft zu 100% die Anforderungen der Jugend an ein Kinderhandy ab. Diese Funktionen zählen glücklicherweise schon zu den Standardfunktionen eines heutigen Smartphones, wodurch wir ohne zu zögern auf Einsteiger-Geräte bei der Kaufberatung verweisen können. Unsere Erfahrungen zeigen, dass der Großteil der Kinder mit diesen Geräten sehr zufrieden ist.

Alternative: Eine Uhr

Eine Alternativen hierzu ist sicherlich die Telekom Kids Watch, welche Uhr, Telefon und GPS-Tracker in einem ist. So lernt das Kind spielerisch den Umgang mit den Funktionen, kann hinterlegte Kontakte anrufen und Sie als Eltern müssen nicht in Sorge sein, wo sich das Kind aufhält.

Telekom Kids Watch Display Bedienung

Das Touch-Display ist intuitiv und macht Ihrem Kind mit Sicherheit Spaß

Vertrag vs. Prepaid – Eine Übersicht

In Bezug auf den Tarif gibt es zunächst die grundlegende Entscheidung ob Prepaid- oder Mobilfunktarif. Dazu habe ich Ihnen eine kleine Übersicht zusammengestellt. Ein klares Pro und Contra gibt es aus meiner Sicht nicht, mittlerweile sind die tariflichen Möglichkeiten fast unbegrenzt und nicht mehr mit den Zeiten von vor 15 bis 20 Jahren vergleichbar.

VertragPrepaid
+ Kostenkontrolle dank Flatrates+ Definiertes Guthaben
+ Flatrate Telefonie+ Kostenbewusstsein steigt
+ individuelle Steuerung (Freiminuten/SMS/Datenvolumen)+ keine Vertragslaufzeit
+ ständige Erreichbarkeit+ bei wenig Nutzung günstigere Alternative
+ EU-Roaming
- meist lange Vertragslaufzeiten- Guthaben muss aufgeladen werden
- Datenautomatik- ohne Guthaben ggf. keine Kommunikation möglich

Weitere Tipps zum Thema

Sollte Sie Ihrem Kind das allererste Smartphone geben, starten Sie mit einem Gerät ohne Internetzugang. Am Anfang reicht es völlig aus, wenn Ihr Kind das Internet per WLAN zu Hause nutzt oder sogar ganz darauf verzichtet. Achten Sie auch auf den Datenschutz. Erklären Sie Ihren Kindern, was darunter zu verstehen ist. Ein besonders großer Augenmerk sollte auf das Posten von sensiblen Daten gelegt werden. Persönliche Fotos sollten so lange nicht ins Netz gelangen, bis Ihr Kind die Tragweite eines solchen Posts selbst verstehen kann.

Umgang mit Geld lernen

Das erste Handy kann außerdem eine gute Lektion im Umgang mit Geld sein. Beteiligen Sie einfach Ihr Kind an den monatlichen Kosten über einen Abzug beim Taschengeld. Gerade bei Prepaid-Tarifen bietet sich dies an. Haben die Kinder zu viel telefoniert oder zu lange im Netz gesurft, ist das Budget schnell aufgebraucht und sie sitzen bis zum nächsten Rechnungsmonat auf dem Trockenen.

Das Nutzungsverhalten steuern

Achten Sie außerdem auf das Nutzerverhalten Ihrer Kinder. Geben Sie klare Zeiten vor, in denen Ihr Kind mit dem Smartphone bzw Kinderhandy spielen oder chatten kann. Zu viel Konsum ist gerade in der Anfangszeit nicht förderlich. Dies soll jedoch nicht bedeuten, dass Sie die Privatsphäre Ihrer Kinder missachten. Lesen Sie keine privaten Nachrichten oder SMS der Kleinen. Kommunizieren Sie lieber nebenbei mit ihnen und haben Vertrauen. Hier bietet es sich natürlich an, wenn Sie selbst einen angemessenen Umgang mit dem Handy pflegen. Verbieten Sie Ihren Kleinen den Umgang mit dem Smartphone, sind jedoch selbst ständig am Gerät zu finden, so wird die Lektion auch von Ihren Kindern nicht angenommen. Gehen Sie selbst mit gutem Beispiel voran.

Die richtigen Apps nutzen

Installieren Sie auch auf dem Kinderhandy einen Schutz vor Viren und Spyware. Gleich dem PC sind auch Smartphones vor Angriffen nicht geschützt. Anfangs waren Handys für Hacker weniger interessant. Da aber nun über die Hälfte jeglicher digitaler Kommunikation über das Handy geregelt wird, stößt dieses immer mehr in das Blickfeld der Gauner. Eine passende Software gibt es von Kaspersky und Co. Weitere nützliche Apps wie etwa „Screen Time Elternaufsicht“ helfen Ihnen dabei, die Smartphone Nutzung Ihrer Kinder zu beaufsichtigen. Dabei können Sie zum Beispiel festlegen, wie viel Zeit pro Tag am Smartphone verbracht werden darf und welche Apps genutzt oder Internetseiten besucht werden können.

Weitere Tipps zum Thema Kinderhandy und eine Beratung erhalten Sie bei Ihrem aetka Fachhändler in der Nähe oder direkt bei uns im Shop. Kontaktieren Sie uns einfach! Wir stehen jederzeit zu Ihrer Verfügung.

Alexander Weiß

Telefondandla, Bad Tölz

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