3G Abschaltung 2021 – Das müssen Sie wissen

16. März 2021 | 9:09 Uhr | aetka
3G Abschaltung Infos aetka

Das Mobil-Netz 3G wird in einigen Regionen bereits jetzt abgeschaltet – ab Sommer 2021 folgt die bundesweit flächendeckende Abschaltung. Das hat für einige Smartphone-Nutzer erhebliche Konsequenzen, großer Grund zur Panik besteht aber nicht. In unserem Ratgeber erfahren Sie alles, was Sie zur 3G Abschaltung wissen müssen.

Das rasend schnelle Mobilfunknetz 5G wird stetig weiter ausgebaut und soll der nächste Mobilfunkstandard werden. Doch wozu eigentlich? 5G soll die Grundlage für eine digitale und vernetzte Zukunft sein. Damit Autos, Brillen, Roboter und weitere technische Geräte optimal miteinander kommunizieren können, braucht es eine schnelle und zuverlässige Internet-Verbindung. 5G liefert genau diese rasante Verbindung. Mit dem neuen Mobilfunkstandard soll eine Übertragung von bis zu 10 Gbit/s möglich sein. Damit ist er rund 100-mal so schnell, wie sein direkter Vorgänger 4G. Ein weiterer Vorteil: Über 5G können im Vergleich zu 4G deutlich mehr Geräte gleichzeitig mit einer Funkstation verbunden werden. Es ist also rein von der Verfügbarkeit auch ein Infrastruktur-Upgrade

Die veraltete 3G-Technologie wird von der Bildfläche verdrängt, um Raum für ein neues Netz zu schaffen – 5G. Das Problem: Ältere Geräte empfangen weder 4G noch 5G. Hier müssen sich Verbraucher entweder ein neues Smartphone anschaffen oder ausschließlich mit Telefonaten und SMS vorliebnehmen. Zum Glück betrifft das nur eine geringe Anzahl an Nutzern. Denn die meisten Menschen verwenden bereits das modernere 4G-Netz.

3G & UMTS – Begriffsklärung

3G ist ein Mobilfunkstandard der dritten Generation. Was bedeutet das? Er folgte, wie zu erwarten, auf das 2G-Netz und ermöglichte damals eine entsprechend deutlich schnellere Datenübertragung als sein Vorgänger. Zuvor konnten lediglich kleine Datenmengen langsam übertragen werden, die heutzutage höchstens für einfache WhatsApp-Nachrichten ausreichen würden. Website-Besuche von unterwegs waren mit 2G nahezu undenkbar.

Mit jeder Generation wurden die Übertragungsraten immer höher und die Internet-Verbindung schneller. So bietet 3G Geschwindigkeiten von bis zu 42 MBit/s, was für die meisten regulären Tätigkeiten ausreicht. 3G – oder auch UMTS genannt – ist in Deutschland bislang nahezu flächendeckend verfügbar. Das wird sich im Laufe des Jahres jedoch schlagartig ändern.

Was ist ein Mobilfunkstandard?

Unter Mobilfunkstandard versteht man verschiedene Technologien für die Kommunikation über mobile Geräte. Klingt kompliziert? Letztendlich geht es hierbei mittlerweile hauptsächlich um die Nutzung mobiler Daten über ein Mobilfunknetz. Im Laufe der Jahre gab es, wie erwähnt, verschiedene Generationen dieser Standards. Während also eine Zeit lang 2G der Standard war, so war es eine Weile auch 3G. Mittlerweile ist 4G das meistgenutzte Netz – zumindest noch so lange, bis es womöglich eines Tages von seinem vielversprechenden Nachfolger komplett abgelöst wird.

Welche Standards gibt es?

2G – Die zweite Generation

Die bisherigen Mobilfunkstandards 2G, 3G, 4G und 5G bezeichnen die verschiedenen Generationen des Mobilfunks. Der erste kommerziell nutzbare Standard 2G wurde im Jahr 1992 eingeführt – passend zu der vermehrten privaten Nutzung von Handys in den 90er Jahren. Damals gab es aber noch kein mobiles Internet. Über dieses Netz ließ sich lediglich telefonieren und SMS schreiben. Man kann es sich kaum noch vorstellen: Für damalige Verhältnisse war das bahnbrechend.

Vorgespult ins Jahr 2021 ist das 2G-Netz weiterhin in Betrieb und in Nutzung. Denn: Es bietet noch immer die Grundversorgung in Deutschland für mobile Telefonie und SMS. Es ist in allen Regionen flächendeckend verfügbar – bis auf das ein oder andere auftretende Funkloch. Für eine vernünftige mobile Internet-Verbindung reicht die Geschwindigkeit jedoch nicht aus. Höchstens kleine Daten, wie WhatsApp-Nachrichten, lassen sich hierüber verschicken. Somit ist das 2G-Netz das derzeit langsamste verfügbare Mobilfunk-Netz.

3G – Die dritte Generation

Nach der Jahrtausendwende, im Jahr 2000, wurde schließlich das 3G-Netz eingeführt. Dieses legte den Grundstein für eine schnellere Internet-Verbindung. In den darauffolgenden Jahren wurde es weiterentwickelt und ausgebaut. Dadurch wurde mobiles Surfen möglich. Mit Geschwindigkeiten von bis zu 42 MBit/s lassen sich hierüber bereits von unterwegs Videos in geringer Qualität anschauen.

4G – Die vierte Generation

Das 4G-Netz – oder auch LTE genannt – gibt es in Deutschland nun bereits seit 2010. Dies war der bislang schnellste Mobilfunkstandard mit einer Übertragungsrate von bis bis zu mehreren hundert MBit/s. Hiermit lassen sich theoretisch bereits hochauflösende Videos in 4K unterwegs streamen. Empfehlenswert ist das allerdings nicht. Denn so wäre Ihr Datenvolumen im Nu aufgebraucht. Das 4G-Netz wird auch mit dem Ausbau des 5G-Netzes vorerst parallel weiter bestehen.

5G – Die fünfte Generation

Die neueste Generation ist 5G. Sie soll eine rasante Internet-Geschwindigkeit von bis zu 10 GBit/s ermöglichen. Aber auch daneben gibt es Vorteile – etwa die besonders geringer Latenzzeit, was in der Industrie und in der kritischen Infrastruktur zum Tragen kommt. Bereits jetzt ist das neue Netz in vielen Regionen verfügbar. Bis Ende 2021 möchte die Telekom rund 80 Prozent der deutschen Bevölkerung mit 5G versorgen. Die anderen Netzbetreiber Vodafone und O2 lassen sich mit dem Ausbau ein wenig mehr Zeit. Sie wollen bis Ende des Jahres jeweils unter 40 Prozent der Nutzer mit 5G erreichen. Mit dem stetigen Ausbau soll 5G zum neuen Mobilfunkstandard werden.

Warum wird 3G abgeschaltet?

Das Mobilfunk-Netz gilt als Ausläufer. Das bedeutet: Nur noch wenige Kunden nutzen überhaupt 3G. Im Vergleich zu LTE ist es zu ineffizient – daher lohnt sich der Betrieb schlicht und ergreifend nicht mehr. Werden 3G und LTE zeitgleich betrieben, so wird auch die doppelte Technik benötigt. Die doppelte Hardware verbraucht gleichzeitig doppelt so viel Strom.

Etwas mehr veranschaulicht lässt sich das in etwa so vergleichen: LTE ist die moderne Autobahn, während 3G für die Landstraße steht. Eine Zeit lang werden beide Straßen betrieben. Bekommt die Landstraße mit der Zeit Schlaglöcher, so befahren sie immer weniger Menschen. Viel lieber steigen sie um auf die schöne, neue und viel schnellere Autobahn. Anstatt beide Straßen weiter zu erhalten und zu pflegen, entscheidet man sich, die Landstraße dichtzumachen. Die Autobahn wird stattdessen verbreitert. Und für die Radfahrer gibt es mit 2G weiterhin einen Radweg.

Darüber hinaus können die für 3G bislang benötigten Frequenzen für den neuen Mobilfunkstandard 5G sowie für LTE genutzt werden. Das macht den Ausbau für die Netzbetreiber einfacher und vor allem effizienter.

3G Abschaltung: Wie merke ich, ob ich betroffen bin?

Betroffen ist jeder, der kein LTE- beziehungsweise 4G-fähiges Handy besitzt. Das betrifft allerdings nur ältere Handys. Daher lässt sich relativ einfach herausfinden, ob Sie von der Netz-Abschaltung betroffen sind. Entweder überprüfen Sie anhand Ihres Gerätenamens die in Ihrem Handy verbaute Technologie.

Oder: Sie finden es über die IMEI-Nummer Ihres Geräts heraus. Verschiedene Tools sind hier empfehlenswert, etwa der IMEI Checker der Telekom. Hier können Sie die IMEI-Nummer Ihres Handys eingeben und so herausfinden, ob ihr Handy LTE-fähig ist. Ihre IMEI finden Sie heraus, indem Sie über das Tastenfeld die Zeichenkombination *#06# eingeben. Manchmal zeigt Ihr Handy dann sofort die Nummer an – ansonsten drücken Sie im Anschluss die Anruftaste. Diese Nummer können Sie nun zur Überprüfung im Telekom-Check eingeben. Sollte Ihr Handy nicht LTE-fähig sein, ist das ärgerlich, keine Frage. Allerdings ist es auch kein Weltuntergang, denn ein neues Smartphone mit LTE-Technologie ist längst zu günstigen Preisen – sogar unter 100 Euro – erhältlich. Sprechen Sie hierzu zum Beispiel einfach einen der aetka Partner vor Ort darauf an.

Haben Sie herausgefunden, dass Ihr Handy LTE-fähig ist, so haben Sie bereits den ersten wichtigen Schritt zur Erkenntnis getan. Wenn Sie sichergehen wollen, lassen Sie Ihr Gerät und Ihren Vertrag beim aetka Händler unter die Lupe nehmen. Denn: Ihr Tarif sollte auch beim Anbieter für LTE aktiviert sein. Zur Überprüfung empfiehlt es sich, telefonisch bei Ihrem Anbieter nachzufragen. Darüber hinaus ist die LTE-Fähigkeit abhängig von Ihrer genutzten SIM-Karte. Ältere Karten sind noch nicht für die schnellere Verbindung ausgelegt. Das betrifft jedoch nur mindestens 15 Jahre alte Karten. Haben Sie Ihre Karte möglicherweise bereits seit so vielen Jahren in Benutzung? Hier sollten Sie den Kontakt zu Ihrem Anbieter aufzunehmen. Häufig schickt er Ihnen eine neue LTE-fähige SIM-Karte völlig kostenfrei zu.

Welche Handys sind von der 3G Abschaltung betroffen?

Noch einmal zum Verständnis: Die Abschaltung des 3G-Netzes betrifft nur das mobile Internet. Telefonie und SMS werden hingegen in jedem Fall weiterhin möglich sein. Nutzen Sie Ihr Smartphone ohnehin nur für diese Dienste, so benötigen Sie auch kein neues Gerät.

Generell ist zu sagen, dass nur ältere, nicht LTE-fähige Handys, die Abschaltung treffen wird. Was bedeutet älter? Bei Apples Smartphones betrifft das alle iPhones ab dem iPhone 4S sowie alle älteren Modelle. Beim großen Konkurrenten Samsung sind viele ältere Smartphones aus dem Jahr 2012 oder noch älter betroffen. Darunter fallen beispielsweise die Handys der Samsung Galaxy S- und der S2-Reihe. Ebenso wie das kleinere Samsung Galaxy S3 Mini. Bei Sony sind es die Handys aus dem Jahr 2013 oder älter – hierzu zählen zum Beispiel die Geräte Sony Xperia Z2 oder ZR.

Die meisten Smartphone-Modelle ab 2014 sollten also in der Regel LTE-fähig sein. Um ganz sicherzugehen, empfehle ich Ihnen, meinen Tipps zur Überprüfung zu folgen.

Wer kümmert sich um die 3G Abschaltung?

Das veraltete und ohnehin nur noch wenig genutzte 3G-Mobilfunknetz wird durch die Netzbetreiber abgeschaltet – also die führenden Anbieter Telekom, Vodafone und O2. Dazu ist allerdings folgendes zu sagen: Nicht nur direkte Vertragskunden dieser drei Anbieter sind betroffen. Denn deren Netz-Infrastruktur wird auch von vielen kleineren Anbietern genutzt. Congstar nutzt beispielsweise das Netz der Telekom, während Blau oder aetkaSMART das o2-Netz verwendet – genauso wie Aldi Talk. Kunden von Lidl Connect befinden sich hingegen meist im Vodafone-Netz. Probleme können daher auch bei Kunden der kleineren Unter-Anbieter entstehen.

Wann schalten die einzelnen Netzbetreiber das 3G-Netz ab?

Telekom 3G Abschaltung

Das größte europäische Telekommunikations-Unternehmen beginnt bereits im März mit der Abschaltung von insgesamt 166 Standorten. Wie lange der Prozess dauern wird, ist bislang ungewiss. Die Telekom hat die Kapazität des 3G-Netzes bereits stark heruntergefahren, da ohnehin nur noch wenige Kunden das in die Jahre gekommene Netz verwenden. Im Sommer 2021 wird die Telekom 3G schließlich bundesweit abschalten.

Im März 2021 hat die Telekom bereits in der Region Koblenz-Limburg mit der testweisen Abschaltung der 3G Technologie begonnen.

Telekom 3G Netzabdeckung Karte

Die Netzabdeckung der Telekom

Vodafone 3G Abschaltung

Im Vergleich zur Telekom setzt sich Vodafone einen Stichtag für die 3G-Abschaltung. Am 30. Juni 2021 soll das 3G-Netz stillgelegt werden. Der Plan ist: Bis zu dem Tag sollen alle 3G-Basisstationen umgerüstet werden. Nach dem Umbau werden sie dann für die neueren Netze 4G und 5G verwendet. Da laut Vodafone nur noch etwa zwei Prozent der Vodafone-Kunden das 3G-Netz nutzen, betrifft die Umrüstung nur verhältnismäßig wenige Kunden.

Vodafone 3G Netzabdeckung Karte

Die Netzabdeckung von Vodafone

Telefónica o2

o2 beziehungsweise dessen Mutterkonzern Telefónica hat bereits begonnen, erste Standorte abzuschalten. Auch hier wird nach der Abschaltung das modernere LTE-Netz aktiviert. Somit können dann auch alle o2-Kunden ohne LTE-fähiges Handy nur noch telefonieren oder SMS schreiben. Der Anbieter hat sich vorgenommen, den Mobilfunkstandard 3G bis Ende des Jahres 2021 vom Netz zu nehmen.

o2 3G Netzabdeckung Karte

Die Netzabdeckung von Telefonica o2

Haben Sie Fragen zur 3G Abschaltung? Schreiben Sie gern einen Kommentar oder kontaktieren Sie direkt Ihren aetka Fachhändler vor Ort. Diesen finden Sie schnell und einfach im aetka Filialfinder.

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