Samsung Galaxy Z Flip – Ein großes Smartphone kleiner machen

23. März 2020 | 13:13 Uhr | Robert Gatnar
Samsung Galaxy Z Flip aetka Blog

Samsung ist bei uns im Shop extrem beliebt und wird von zahlreichen Kunden nachgefragt. Dennoch fällt es den Herstellern immer schwerer Innovationen zu bringen. Fast jedes aktuelle Smartphone besitzt ein beinahe randloses Display, welches maximal von einer Notch oder einer “Punchhole-Kamera” unterbrochen wird. Ein größerer Bildschirm führt also zwangsläufig zu einem größeren Smartphone. Um diesen Trend etwas entgegenzusetzen und wieder neue Innovationen auf den Markt zu bringen, experimentieren viele Hersteller mit faltbaren Smartphones. Mit dem Galaxy Z Flip hat Samsung nun sein zweites faltbares Modell auf den Markt gebracht, welches ich Ihnen in diesem Blogbeitrag gerne vorstellen möchte.

Neues Jahr, neues Glück – jetzt mit dem Galaxy Z Flip

Im vergangenen Jahr war die Vorstellung des Galaxy Fold und des Huawei Mate X eine echte Sensation. Dann wurden die beiden ersten Falt-Smartphones der etablierten Hersteller jedoch einige Male verschoben – und waren sehr teuer. Sowohl Samsung als auch Huawei mussten insbesondere bei der Displayabdeckung und beim Scharnier nochmals nachjustieren ehe die Geräte gegen Ende des Jahres auf den Markt gekommen sind. Huawei hat mit dem Mate Xs sogar bereits einen Nachfolger angekündigt. Für das Galaxy Fold gibt es noch keinen direkten Nachfolger, stattdessen versucht sich der koreanische Hersteller an einem anderen Konzept: Dem Galaxy Z Flip.

Das Galaxy Z Flip können Sie sich am ehesten als ein normales Smartphone vorstellen, welches vertikal, also wie ein Taschenspiegel zusammengefaltet wird. Ausgefaltet ist das Smartphone etwas größer als ein Galaxy S10 Plus aber kleiner als ein Galaxy Note 10 Plus. Auch bei den technischen Daten ist das Smartphone eher mit der Note 10 Reihe vergleichbar, als mit den aktuellen S20-Modellen. Samsung erklärt dies mit den derzeit noch längeren Entwicklungszyklen von faltbaren Smartphones.

 

Ungewöhnliches Design

Beim Design geht Samsung im Vergleich zum Galaxy Fold komplett verschiedene Wege: Statt einem schmalen Front-Display für Benachrichtigungen im zugeklappten Zustand verbaut Samsung beim Galaxy Z Flip lediglich einen 1,1 Zoll großen Bildschirm rechts neben dem Kamera-Modul. Dieser eignet sich jedoch maximal um Symbole einzelner Apps sowie Namen ankommender Anrufer darzustellen. Für jede Benachrichtigung die man lesen möchte muss das Smartphone also aufgefaltet werden.

Farbvarianten des Galaxy Z Flip

Das Galaxy Z Flip ist in den Farben Mirror Black und Mirror Purple verfügbar, gut sichtbar ist jeweils das Kameramodul, welches lediglich 2 Objektive besitzt

Im aufgeklappten Zustand ist das Falt-Smartphone von vorne nur an seiner ungewöhnlichen Plastik-Umrandung von einem herkömmlichen Smartphone zu unterscheiden. Dieser Plastikrahmen schützt das Display vor eindringendem Staub von der Seite, lässt das Smartphone jedoch nicht so hochwertig wirken. Die Frontkamera befindet sich beim Galaxy Z Flip in einem kleinen Loch in der Mitte der Benachrichtigungsleiste. Das ist zwar bei der täglichen Benutzung weniger auffällig als eine Notch, beim Anschauen von Videos ist aber trotzdem nicht das ganze Display nutzbar.

Das Kamera-Modul auf der Rückseite ist deutlich kleiner als man es gewöhnt ist. Und es besitzt lediglich zwei Objektive. Die Umrandung der Kamera passt jeweils zu der Farbe des Smartphones. In Deutschland ist das Galaxy Z Flip in “Mirror Black” und “Mirror Purple” erhältlich.

 

Technische Ausstattung des Galaxy Z Flip

Als Prozessor setzt Samsung beim Galaxy Z Flip auf einen Qualcomm Snapdragon 855+. Dem Achtkern-Prozessor stehen 8 Gigabyte Arbeitsspeicher zur Seite. Leistungsmäßig ist das Galaxy Z Flip also auf einem Level mit der Galaxy Note 10 Reihe. Diese setzt zumindest in der US-Version auf denselben Prozessor.

Die wichtigsten Ausstattungsmerkmale im Überblick:

 Samsung Galaxy Z Flip Technische Daten

Samsung Galaxy Z Flip
ProzessorQualcomm Snapdragon 855+
Display6,7 Zoll, 1.080x2.636 Pixel
Arbeitsspeicher8 GB
Interner Speicher256 GB
Speichererweiterungnicht möglich
KameraDual-Kamera: 12+12
Hauptkamera6.000x4.000 (24 Megapixel)
Selfie-Kamera2,4 Megapixel
Akku3.300 mAh
FarbenMirror Black
Mirror Purple

Display aus Glas oder auch nicht?

Samsung gibt an, im Galaxy Z Flip faltbares Glas, sogenanntes “Ultra Thin Glass”, zu verbauen. Dieses soll robuster gegenüber Kratzern von Staub und Sandkörnern sein. In Tests hat sich dies jedoch nicht bestätigt: Das Galaxy Z Flip ist genauso anfällig für Kratzer wie andere Kunststoff-Displays. Lediglich das Gefühl in der Hand ist etwas anders. Hier gibt das Display beim Tippen weniger nach als noch beim Galaxy Fold. Da das Smartphone jedoch vor dem Einstecken zusammengeklappt wird, ist es in der Tasche allein durch seine Bauform schon recht gut vor Kratzern geschützt.

Mit 6,7 Zoll ist das Smartphone übrigens genau so groß wie das Galaxy S20 Plus, es gehört also eher zu den größeren Smartphones auf dem Markt. Das Display selbst ist Samsung-Typisch ein AMOLED-Display, besitzt aber im Gegensatz zu den aktuellen Flaggschiffen eine geringere Auflösung von 2636 x 1080 Pixeln mit einer Pixeldichte von 425 ppi. Auf die 120 Hertz Bildwiederholrate der Galaxy S20 Modelle muss man beim Galaxy Flip ebenfalls verzichten.

Die Kamera

Die Kamera des Galaxy Z Flip ist auf das Wesentliche beschränkt. Auch den Megapixel-Wahn vieler anderer Hersteller geht Samsung beim Galaxy Z Flip nicht mit. Hersteller wie beispielsweise Apple zeigen, dass auch mit wenig Megapixeln eine fantastische Bildqualität möglich ist. So setzt Samsung beim Galaxy Z Flip auf eine 12 Megapixel Haupt-Kamera. Diese bietet ein Sichtfeld von 78 Grad (Weitwinkel) und eine Blende von f/1.8. Auf eine verstellbare Blende, wie noch beim Galaxy Fold, verzichtet Samsung. Die Ultra-Weitwinkel-Kamera bietet ebenfalls eine Auflösung von 12 Megapixeln und verfügt über ein 123-Grad-Sichtfeld mit einer Blende von f/2.2.

Speicher nicht erweiterbar

Der interne Speicher des Galaxy Z Flip ist mit 256 Gigabyte relativ groß bemessen. Doch das ist auch gut so, denn Sie haben keine Möglichkeit den Speicher im Nachhinein zu erweitern. Ein Steckplatz für eine Speicherkarte ist bei Samsungs neuem Falt-Smartphone nämlich nicht vorhanden.

Dual-SIM nur mit eSIM

Neben Apples iPhones und Googles Pixel-Smartphones ist Samsung nun der dritte große Hersteller, der die eSIM unterstützt. Eine eSIM ist eine SIM-Karte die fest in das Telefon eingebaut ist. Sie kann per QR-Code mit Informationen des jeweiligen Anbieters oder Netzbetreibers bespielt werden. So entfällt das Einlegen einer physischen SIM-Karte im klassischen Sinn.

Samsung hat erst 2020 damit begonnen, eSIM zu unterstützen. Während die Galaxy-S20-Modelle jedoch zwei physische SIM-Karten und eSIM unterstützen, können Sie beim Galaxy Z Flip nur eine physische SIM-Karte einlegen. Wollen sie also über zwei Nummern gleichzeitig erreichbar sein, müssen sie zwangsläufig auf eine eSIM setzen. Diese sind mittlerweile bei Tarifen von O2, Vodafone, Telekom und Blau erhältlich.

 

Klapp-Handys wie das Z Flip sind keine neue Erfindung

Die Art das Galaxy Z Flip zu falten erinnert stark an frühere Falt-Smartphones. Das bekannteste Modell dürfte hier das Motorola Razr sein. Das erste Modell der Reihe kam 2004 auf den Markt und verfügte schon damals über zwei Bildschirme. Gefaltet wurden diese jedoch damals nicht.

Stattdessen befand sich im aufgeklappten Zustand auf der einen Seite das Display und auf der unteren Seite das Tastenfeld. Ein zweites Display auf dem Deckel zeigte im zugeklappten Modus eingehende Anrufe und Textnachrichten an. Erst vor wenigen Monaten hat Motorola eine Neuauflage des Razr-Smartphones angekündigt. Dieses hat ebenfalls ein faltbares Display im Format des Galaxy Z Flip.

Klapp-Mechanismus im Detail

Klappfunktion des Galaxy Z Flip

Knackpunkt des Galaxy Z Flip ist der Klappmechanismus: Das verbaute Scharnier muss beweglich sein, darf aber keinerlei Staub aufnehmen

Im Gegensatz zu früher hat sich viel getan: Mittlerweile sind Firmen wie Samsung in der Lage, faltbare Displays herzustellen und zu verbauen. Das komplizierteste Bauteil ist jedoch das Scharnier. Dieses muss einerseits flexibel und beweglich sein, darf aber andererseits so wenig Spiel haben, dass nicht einmal kleinste Staubkörner in den Mechanismus gelangen können. Hierfür hat Samsung beim Galaxy Z Flip erstmals kleine Borsten innen im Scharnier angebracht. Diese sollen Dreck, der es doch durch die winzigen Öffnungen geschafft hat, wieder nach draußen befördern. Da Falt-Smartphones noch relativ neu auf dem Markt sind, gibt es zur Haltbarkeit der Scharniere noch keine Langzeit-Erfahrungswerte aus dem Alltag.

Angepasste Software

Nicht nur die Hardware wurde auf die besonderen Anforderungen eines Falt-Smartphones optimiert. Samsung hat einige Apps extra für den neuen Formfaktor angepasst. So lässt sich das Galaxy Z Flip wie ein Schminkspiegel im 90 Grad Winkel aufstellen und die Kamera verwenden. Auch Video-Chats mit Google Duo sind auf diese Art und Weise nutzbar. Bisher müssen Apps für diese Funktionen jedoch extra für das Galaxy Z Flip angepasst werden. Mit dem Update auf Android 11, können alle Apps diese Funktionalität nutzen.

Klapp-Smartphones: Verschiedene Varianten werden ausprobiert

Samsung Galaxy Fold

Das erste Smartphone zum Klappen war bei Samsung ein Gerät zum Falten: Das Galaxy Fold – was zugeklappt wie ein Smartphone und aufgeklappt wie ein Tablet wirkte

Der Markt der Falt-Smartphones ist noch relativ neu und die Hersteller toben sich mit verschiedenen Konzepten aus. In meinen Augen ist das Konzept des Galaxy Fold oder Huawei Mate Xs sinnvoller, da man bei diesen Geräten quasi ein normal-großes Smartphone erhält, welches sich durch Ausklappen zu einem kleinen Tablet umwandeln lässt. Das Galaxy Z Flip oder Motorola Razr sind hingegen nur im aufgeklappten Zustand nutzbar und dabei auch nicht größer als ein normales Smartphone. Beim Zusammenklappen werden sie zwar deutlich kompakter als ein normales Smartphone, sind aber auch deutlich dicker.

Die Nachteile von Falt-Smartphones

Derzeit haben Falt-Smartphones noch viele Nachteile gegenüber ihrer nicht-faltbaren Konkurrenz. Der erste Nachteil ist der hohe Preis. Auch für ein Gerät welches Smartphone und Tablet sein kann und damit den Kauf eines zweiten Gerätes überflüssig machen soll, ist der Preis einfach noch viel zu hoch. Beim separaten Kauf eines vergleichbaren Smartphones und eines Tablets kommen Sie auf jeden Fall günstiger weg.

Ein anderer Nachteil ist die fehlende Robustheit: So sind alle bisher erhältlichen Falt-Smartphones nicht wasserdicht und auch schlechter gegen Stürze und andere Beschädigungen geschützt. Langzeit-Erfahrungen zu der Haltbarkeit des Falt-Mechanismus sind ebenfalls noch keine vorhanden.

 

Fazit zum Galaxy Z Flip und Alternativen

Aktuell kann ich eigentlich keinem zum Kauf eines faltbaren Smartphones wie dem Galaxy Z Flip für den Alltag raten. Das Galaxy Z Flip ist ein interessantes Konzept und es ist spannend zu sehen, in welche Richtung sich faltbare Smartphones entwickeln werden. Aufgrund der zahlreichen genannten Einschränkungen sind Falt-Smartphones derzeit aber noch etwas für absolute Technik-Fans und Enthusiasten mit Hang zum Experiment.

eb24 Team

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Robert Gatnar

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