Cloud Speicher im Vergleich – Gewinnt die Bequemlichkeit der „Big 4“?

3. März 2020 | 14:14 Uhr | Robert Gatnar
Cloud Speicher Vergleich aetka Blog

Die Nutzung von Clouds, als quasi stets zugängliches Speichermedium, ist in den letzten Jahren sowohl im Businessbereich, aber gerade auch bei Privatnutzern immer beliebter. Sie erleichtern ungemein die Nutzung meiner Medien und das Teilen derer mit Dritten, ohne dabei Gerätespeicherplatz zu beanspruchen. Ein typisches Szenario ist hier zum Beispiel das Hochladen und Teilen von Fotos und Videos. Hier stellen wir verschiedene Cloud Speicher Anbieter vor.

Überblick über die wichtigsten Cloud Speicher Anbieter

An Anbietern für Cloud Speicher mangelt es nicht und so kann es dem einen oder anderen Interessierten wirklich schwer fallen einen ersten Überblick zu gewinnen. Durch unser eigenes Nutzerverhalten mit Smartphones und PCs und durch das veränderte Einkaufsverhalten in den letzten Jahren sind die „Big 4“ im privaten Nutzerbereich ganz klar:

  1. Apple iCloud
  2. Amazon Cloud Drive
  3. Google Drive
  4. Microsoft OneDrive

Hier in der Übersicht (Stand März 2020):

AnbieterGratisspeicherZusätzliche Kosten für mehr SpeicherplatzApp StoreServerstandort
Apple iCloud5 GB50 GB - 0,99 EUR/Monat
200 GB - 2,99 EUR/Monat
2 TB - 9,99 EUR/Monat
Windows , Mac und iOSUSA
Amazon Drive5 GB
(Fotos unbegrenzt)
100 GB - 1,67 EUR/Monat
1 TB - 8,33 EUR/Monat
2 TB - 16,67 EUR/Monat
Windows, Mac, iOS und Androidaußerhalb der EU
Google Drive15 GB100 GB - 1,99 EUR/Monat
200 GB - 2,99 EUR/Monat
2 TB - 9,99 EUR/Monat
10 TB - 99,99 EUR/Monat
20 TB - 199,99 EUR/Monat
Windows, Mac, iOS und Androidunter anderem EU (aber nicht Deutschland)
Microsoft OneDrive5 GB100 GB - 2,00 EUR/Monat
1 TB - 7 EUR/Monat
6 TB - 10 EUR/Monat
Windows, Mac, iOS, Android und Xboxweltweit

Neben den Kosten der verschiedenen, aber doch sehr ähnlichen Abo-Modelle, liegt der Unterschied im Detail. Für alle 4 gilt allerdings, sie machen es uns schon recht einfach und ihre Lösungen sind wirklich bequem.

Cloud

Daten in der Wolke speichern ist einfach und mittlerweile fast schon selbstverständlich

 

Amazon Cloud Drive

Bin ich zum Beispiel Amazon Prime Kunde, profitiere ich von unbegrenztem und kostenfreiem Fotospeicherplatz ohne Datenverlust beim Abspeichern der Bilder und 5 GB Speicherplatz für Videos. Okay, nimmt man es ganz genau bezahlt man ja bereits für die sogenannte Prime Mitgliedschaft 69,- EUR im Jahr. Allerdings mit riesigem Leistungspaket für die Nutzer. Beginnend bei Prime Video und Prime Music, Versandvorteilen bis eben zu dem Cloud-Thema. Ein wirklich dickes Leistungspaket, mit dem es Amazon versteht User an sich zu binden.

 

Google Drive

Bei Google erhält man hingegen 15 GB kostenfreien Speicherplatz in der Cloud, unabhängig von der Art der Dateien die ich speichern will. Auf diesen Nutzungsfreiraum betrachtet das Angebot mit dem größten kostenfreien Speicherplatz. Einzige Voraussetzung hierfür, das Erstellen eines Google Nutzerkontos.
Das 2TB-Paket ist kostenseitig identisch zu dem von Apple. Ab dieser 2 TB Schwelle gewinnen Google und auch Apple im Vergleich zu Amazon an Attraktivität, da sie um Einiges günstiger sind. Auf Android Geräten wie etwa bei Samsung oder Huawei ist Google Drive standardmäßig vorinstalliert.

 

Google Fotos – Cloud-Datenvolumen sparen!

Mit Google Fotos hat man neben dem Google Drive die Möglichkeit, seine Fotos separat zu speichern und somit Speicherplatz des Google Drive einzusparen. Das Besondere ist hierbei, dass der Speicherplatz von Google Fotos unbegrenzt ist, sofern es mir genügt meine Fotos in hoher Qualität, also bis maximal 16 Megapixel, abzuspeichern. Ein Abspeichern in der meist höheren Originalqualität ist auch möglich, wird allerdings auf den Speicherplatz des eigenen Google Drive angerechnet.

Die für die Verwaltung kostenfrei nutzbare Google Fotos App ist für Android und iOS verfügbar und bringt neben der klassischen Galerieansicht noch viele Features mit. Besonders erwähnenswert ist zum Beispiel, das fotografierte Texte kopierbar sind. Außerdem ist es extrem simpel durch das Cloud-Backup der Fotos diese mit anderen zu teilen. Hierzu werden einfach die entsprechenden Bilder oder Alben markiert und ein Freigabelink zum Versenden erzeugt.

 

Apple iCloud

Auf seinen ganz eigenen „Kosmos“ beschränkt ist hier Apple. Software zur iCloud können nur über Apple- oder Windows-Geräte genutzt werden. Komfortabler Vorteil, den Apple Nutzer zu schätzen wissen, ist die Backup Funktion meiner Apple-Geräte. Das gesamte Smartphone kann als Backup in der iCloud abgespeichert werden. Ich habe als Nutzer dadurch nicht nur eine ständige Sicherheitskopie, sondern kann diese auf ein nachfolgendes Apple Endgerät übertragen.

Allerdings reicht der kostenfreie Speicherplatz von 5 GB für die fortlaufenden Backups in der Regel nicht aus und Apple triggert den treuen User oft mit der Erweiterung der iCloud auf 50 GB Speicherplatz zu zugegebenermaßen sehr erschwinglichen 0,99 EUR pro Monat im kleinsten Paket.

 

Microsoft OneDrive

Wer Nutzer von Office 365 oder auch nur von Outlook ist, hat bereits ein Microsoft-Konto. Dieses ist notwendig, um sich bei Microsoft OneDrive anzumelden. Kostenfrei stehen hier Privatnutzern 5 GB zur Verfügung. Diese können um entsprechende Pakete von 100 GB, 1 TB oder 6 TB erweitert werden. Die monatlichen Kosten belaufen sich hierbei auf 2,- / 7,- oder 10,- EUR monatlich. Bei dem 6 TB Abo Modell errechnet sich die Gesamtkapazität des Speichers durch 6 Teilnehmer, also 1 TB pro User.

Microsoft richtet sich mit seinem Angebot stark an private und geschäftliche Nutzer. Im Businessbereich gibt es 1 Terabyte für 4,20 Euro pro Monat und Benutzer, unbegrenzter Speicher ist für 8,40 Euro pro Monat und Benutzer verfügbar. Durchaus attraktive Pakete für Unternehmen.

 

Was ist mit Dropbox?

Dropbox oder auch der alte Hase unter den Clouddiensten, ist seit 2007 in einer Beta und seit 2010 in seiner ersten stabilen Version verfügbar. Wie die „Big4“ hat Dropbox seinen Sitz und den Hauptteil seiner Server in den USA. Allerdings werden den Usern in der kostenfreien Version nur 2 GB Speicherplatz geboten. Der Fokus der Abo Modelle von Dropbox liegen ganz klar im Businessbereich. So erhält man zum Beispiel als Einzelnutzer in Dropbox Plus 2TB Speichervolumen für 9,99 EUR monatlich und einem Datentransferlimit von 2GB. Preislich liegt man da wie Apples iCloud oder Google Drive in der Mitte. Günstiger ist hier nur Microsoft.

Im Professional Paket für Einzelanwender bekommt man immerhin 3TB und ein mögliches Transfervolumen von 100 GB, allerdings muss man dann auch 16,58 EUR monatlich dafür aufbringen.
Die Team-Pakete gibt es ab 5 TB oder auch unbegrenztem Speichervolumen. Hier wird dann pro Nutzer monatlich 10,- bis 15,- EUR abgerechnet.

Die „Big 4“ und Dropbox haben allerdings alle eines gemein, sie unterliegen dem sogenannten CLOUD ACT. Dieser zwingt amerikanische Cloudanbieter quasi sich gesetzeswidrig zu verhalten.

„Ein US-Unternehmen mit Server-Standort in der EU ist also verpflichtet, US-Behörden Zugriff auf diese Server zu gewähren, obwohl ihm dies laut DSGVO untersagt ist.“ – Quelle: com! Professional

Trotz, dass dieser Fakt des Cloud Acts bekannt ist, tut dies dem Erfolg der „Big 4“ nichts ab.

 

Alternative Cloud Speicher – Serverstandort Deutschland und DSGVO at its best

Wer den Serverstandort des Cloudanbieters in Deutschland wissen will und sichergehen möchte, dass deren Angebot die DSGVO Richtlinien erfüllt, muss komplett umschwenken. Die bekanntesten Vertreter dürften hier STRATO HiDrive, Telekom MagentaCLOUD oder auch die Clouds von Web.de und GMX sein.
Unbekannter aber dafür umso interessanter sind die Cloudspeicher von YourSecureCloud und von Luckycloud. Beide mit, wie zuvor erwähnt, Serverstandort in Deutschland und DSGVO konformen Angebot.

YoureSecureCloud

Nicht nur der eigentliche Firmensitz ist in Deutschland, sondern auch die Server befinden sich an ISO-27001 zertifizierten Standorten in Deutschland. Außerdem werden die Daten, die in die Cloud übermittelt werden, bereits vor der Übertragung auf dem Gerät verschlüsselt und die verschlüsselte Datei so in die Cloud gesendet. Das dazugehörige Passwort wird dagegen nicht mit in der Cloud gespeichert und liegt YoureSecureCloud nicht vor, ist somit vor Dritten geschützt.

Das Angebot von YoureSecureCloud richtet sich sowohl an Privat- als auch an Geschäftskunden. Private User können ein Speicher-Abo ab 10 GB für nur 2,49 Euro monatlich buchen. Egal für welches der immerhin 6 Pakete sich der Privatkunde entscheidet, für alle gilt neben der Ende-zu-Ende Verschlüsselung und dem deutschen Serverstandort, dass es keine Mindestvertragslaufzeit gibt. Das schafft Vertrauen und absolute Flexibilität für den User. Verfügbar ist YoureSecureCloud als Desktopanwendung und auch mobil für Android und Apple iOS.

Übersicht Abo-Pakete Privatkunden (Stand März 2020):

10 GB50 GB100 GB200 GB400 GB1 TB
2,49 EUR/Monat4,99 EUR/Monat7,99 EUR/Monat11,99 EUR/Monat19,99 EUR/Monat49,99 EUR/Monat

Luckycloud

Der Anbieter Luckycloud ist im Leistungsbereich mit YoureSecureCloud vergleichbar was Ende-zu-Ende Verschlüsselung, Serverstandorte, ISO Zertifikat und weitere Leistungsmerkmale angeht. Der private Nutzer kann lediglich sein Abo-Modell ein ganzes Stück individueller gestalten was das Datenvolumen und die damit einhergehenden monatlichen Kosten angeht. Auch bei der Laufzeit kann bei Buchung eines Abos zwischen einem Monat oder 12 Monaten Laufzeit gewählt werden, wobei Letzteres einen günstigeren Monatspreis mit sich bringt.

Übersicht Abo-Pakete Privatkunden am Beispiel mit einem Monat Laufzeit (Stand März 2020):

3 GB5 GB10 GB25 GB50 GB100 GB
1,25 EUR/Monat1,80 EUR/Monat2,40 EUR/Monat4,80 EUR/Monat6,00 EUR/Monat9,00 EUR/Monat
150 GB200 GB250 GB300 GB350 GB400 GB
10,80 EUR/Monat12,00 EUR/Monat14,40 EUR/Monat15,84 EUR/Monat18,48 EUR/Monat20,16 EUR/Monat
450 GB500 GB600 GB700 GB800 GB900 GB
22,68 EUR/Monat24,00 EUR/Monat28,80 EUR/Monat33,60 EUR/Monat38,40 EUR/Monat43,20 EUR/Monat

An dieser Stelle ist bei Luckycloud mit den buchbaren Paketen aber noch längst nicht Schluss, diese reichen immerhin noch bis 10 Terrabite und monatlichen Kosten von 480,00 Euro. Verfügbar neben Desktop Anwendungen ist Luckycloud auch fürs Smartphone bei Android und Apple iOS.

 

Fazit zum Cloud Speicher Vergleich

Anbieter gibt es derlei etliche und die Unterschiede liegen, wie so oft, in den Details. Eine Orientierungshilfe bildet auf jeden Fall im Vorfeld die Entscheidung für sich zu treffen, ob es einem persönlich wichtig ist, wo sich die Serverstandorte befinden. Ansonsten liegt es wirklich am eigenen Anspruch, aber viele Pakete sind sehr ähnlich. Für den einen mag es Sinn machen das Angebot von bereits bestehenden Abos wie Amazon Prime zu nutzen und andere legen den Schwerpunkt eher auf das jeweils genutzte Betriebssystem seiner mobilen Arbeitsmittel. Wer allerdings auf die Ende-zu-Ende Verschlüsselung oder einen deutschen, ISO zertifizierten Serverstandort nicht verzichten kann und will, kommt an den deutschen Anbietern nicht vorbei. Wir unterstützen Sie gern bei Fragen zum Thema Cloudspeicher, einen aetka Partner vor Ort finden Sie schnell und einfach in der aetka Filialsuche. Sie haben weitere Fragen rund um das Thema Cloud Speicher? Schreiben Sie gern einen Kommentar.

Robert Gatnar

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eb24 - einfach mehr service, Dortmund

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