Akku richtig laden: So geht‘s

18. Juni 2020 | 8:08 Uhr | Yvonne Brand
Akku richtig laden

Wenn Sie zu denjenigen gehören, die beim Smartphone-Kauf etwas genauer auf die technischen Daten achten, ist Ihnen zweifelsfrei aufgefallen, dass die Akkukapazität stetig zunimmt. Während vor nicht allzu langer Zeit noch Kapazitäten von 3.500 mAh als groß angesehen wurden, sind heutzutage 4.500-mAh-Smartphones fast gang und gäbe. Die Akkulaufzeit hat sich allerdings nur geringfügig verändert – doch wieso ist das so, und vor allem: Wie wichtig ist es, beim Smartphone den Akku richtig zu laden? Wenn Sie die Antworten auf diese Fragen wissen möchten, sind Sie hier genau richtig.

Grundlegend: Lithium-Ionen-Akkus, Milliamperestunden & Energieverbrauch

Zunächst zur ersten Frage: Nahezu alle modernen Handys werden mit Lithium-Ionen-Akkus betrieben. Je höher die elektrische Ladung, angegeben in mAh (Milliamperstunden), desto länger die Laufzeit – das sollte man zumindest meinen. Tatsächlich ist dem allerdings nicht so, denn für die Akkulaufzeit ist auch ein weiterer Faktor genauso wichtig: der „Energieverbrauch“. Und genau hier haben sich Smartphones in den vergangenen Jahren deutlich gesteigert.

Je nach Modell kann beispielsweise ein besonders großes Display oder ein besonders energiehungriger Prozessor dafür sorgen, dass auch 4.500-mAh-Akkus das Handy keinen vollen Arbeitstag lang betriebsbereit halten. Das trifft insbesondere dann zu, wenn das Mobiltelefon schon etwas älter ist und der Akku nicht mehr so viel leisten kann wie in neuem Zustand. Doch ganz so schlimm wie es zunächst klingen mag, ist die Situation auch wieder nicht: Denn wenn man weiß, wie der Akku richtig zu laden ist, kann man die Lebensdauer der Akkumulatoren ganz einfach verlängern.

Xiaomi Mi Note 10

Akkus wie etwa der des Xiaomi Mi Note 10 haben mittlerweile eine Kapazität von über 5.000 mAh

 

So wird das Smartphone richtig geladen

Es existieren zahlreiche unterschiedliche Faktoren, die beim Laden des Handy-Energiespeichers beachtet werden sollten. Einige davon sind jedoch besonders wichtig, da diese nicht nur täglich Anwendung finden, sondern auch von einem Großteil der Bevölkerung falsch umgesetzt werden. Den Anfang macht dabei die Frage: „Ist es okay, wenn ich mein Mobiltelefon über Nacht laden lasse?“

Die Antwort darauf lautet: Es kommt darauf an. Mit „darauf“ ist hier insbesondere der Lebenszyklus des Smartphones gemeint. Sollten Sie Ihr Handy beispielsweise jährlich wechseln, können Sie es ohne große Nebenwirkungen die ganze Nacht lang aufladen. Falls Sie den elektronischen Wegbegleiter hingegen drei Jahre oder länger nutzen wollen, ist Vorsicht geboten. Denn das Aufladen des Smartphones über Nacht kann sich auf dessen Lebensdauer auswirken.

Grundsätzlich ist es so, dass sowohl die Entladung des Energiespeichers auf 0 Prozent als auch dessen vollständige Aufladung einen Lithium-Ionen-Akku stark belasten. Dadurch sinkt die Anzahl der möglichen Ladezyklen. Experten raten darum, die Prozentanzeige des Energiespeichers im Idealfall nicht unter 30 Prozent fallen zu lassen und den Ladevorgang bei 80 Prozent zu unterbrechen. Das sind natürlich nur Richtwerte. Allerdings zeigen sie, dass sich 0 und 100 Prozent weit weg vom Ideal befinden. Besonders schlimm ist zudem, wenn Sie das Handy bei niedrigem Akkustand nur kurzzeitig aufladen oder das Gerät bei nahezu 100 Prozent dennoch an die Steckdose anschließen.

Lebensdauer des Handyakkus verlängern

  1. Das Smartphone sollte bereits bei 20 bis 30 Prozent ans Netz angeschlossen werden.
  2. Es ist ratsam den Ladevorgang bei circa 90 Prozent zu unterbrechen.
  3. Kurze Ladezyklen sollten möglichst vermieden werden.

Entsprechend ist es nicht empfehlenswert, das Smartphone über Nacht an das Ladekabel anzuschließen. Das muss heutzutage jedoch auch nicht zwingend sein, denn dank moderner Schnelladetechnologien (siehe unten) lassen sich viele Mobiltelefone in der Regel innerhalb von ein bis zwei Stunden vollkommen aufladen. Je nach Handy-Nutzung kann es sich somit lohnen, den Akku-Tank abends vor dem Schlafengehen oder morgens während der Vorbereitungen auf den Tag zu befüllen.

 

Schnellladefunktion: Das steckt dahinter

Bei neuen Smartphones wird in jüngster Zeit neben Kamera, dem Prozessor und dem Display auch die sogenannte Schnellladefunktion beworben. Der Name ist hier Programm, somit beschreibt diese Bezeichnung schlicht, dass das Handy über Hardware verfügt, mit deren Hilfe das Mobiltelefon vergleichsweise schnell geladen werden kann. Die Rede ist dabei meist von einer hohen Leistung, sprich: Watt. Und an ebendieser physikalischen Einheit kann man die Entwicklung der Schnellladefunktion gut erkennen. Betrug die Leistung des 2018 erschienenen Huawei P20 Pro (Netzteil) noch knapp 22,5 Watt, unterstützen aktuelle Geräte gerne mal 40 bis 50 Watt. Entsprechend werden Smartphone-Akkus deutlich schneller geladen – bei Hersteller-Angaben sollten Sie dennoch vorsichtig sein. Hier sind nur die Angaben interessant, die eine vollständige Ladung von 0 bis 100 Prozent thematisieren. Denn je voller ein Akku ist, umso langsamer lädt er.

Hier finden Sie mehr Infos rund um das Thema Schnellladen: Quick Charge, Fast Charge, Power Delivery

 

Ladezeit reduzieren: Mit diesen Tipps kein Problem

Eine Schnellladefunktion ist natürlich ein großer Vorteil, sie nützt jedoch nicht viel, wenn man ihre Vorzüge nicht nutzt. Zunächst einmal ist eine gute Energiequelle die wichtigste Voraussetzung. Damit ist die Steckdose gemeint – eine USB-Buchse an einem Notebook wird die benötigte Leistung nicht liefern können. Dasselbe gilt auch für das Netzteil. Es ist immer am besten das Original-Netzteil zu verwenden, doch selbst hier sollte man aufpassen. Denn es kann vorkommen, dass das mitgelieferte Netzteil die Möglichkeiten des Handys nicht vollkommen ausschöpft. In diesem Fall muss ein leistungsstärkeres Netzteil erworben werden. Dieses bietet der Hersteller meist selbst zum Verkauf an.

Nun zum eigentlichen Smartphone: Auch während dieses an einer Steckdose hängt, „verbraucht“ das Mobiltelefon weiterhin Energie. Folglich erhöht sich auch die Ladezeit, doch das muss nicht sein. Die Belastung des Energiespeichers sinkt rapide, wenn man den (Ultra-)Stromsparmodus aktiviert. Dadurch erreicht der Handyakku die 100 Prozent schneller. Noch etwas zügiger geht es, wenn Sie das Smartphone während des Ladevorgangs schlicht ausschalten.

Einen Ratgeber zu passendem Zubehör rund um Ihr Smartphone haben wir hier im Beitrag zum Ladezubehör bereitgestellt

 

Akku-Mythen: Was ist wahr?

Obwohl Smartphones mit Lithium-Ionen-Akkus schon lange keine Neuheit mehr sind, halten sich einige alte Akku-Mythen weiterhin hartnäckig; denn schlechte Erfahrungen bleiben länger in den Köpfen hängen als positive. Zunächst wäre da der sogenannte Memory-Effekt. Dabei soll sich der Akku den letzten Ladestand merken, bei dem das Netzteil angeschlossen wird, und diesen als neuen Nullpunkt sehen. Bei Lithium-Ionen-Akkus ist dem allerdings schlichtweg nicht mehr so – das Handy muss also nicht immer komplett entladen und geladen werden. Das ist sogar, wie bereits erwähnt, eher schädlich.

Noch gefährlicher ist hier die sogenannte Tiefentladung – zumindest auf den ersten Blick. Dieser Prozess tritt in Kraft, wenn der Energiespeicher vollkommen entladen ist und die Spannung unter die Entladeschlussspannung fällt. Als Ergebnis kann Ihr Akku dauerhaft beschädigt werden. Doch auch diese Gefahr können Sie im Alltag getrost ignorieren, denn die Ladeelektronik in modernen Mobiltelefonen schaltet Ihr Smartphone eigenständig ab, bevor eine kritische Grenze überschritten wird. Unterm Strich sind viele Akku-Mythen genau das: Nichts als Mythen.

Brand Telekommunikation in Erlenbach

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Yvonne Brand

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Brand GmbH & Co. KG Telekommunikation & Dienstleistung, Erlenbach

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