LG Electronics baut keine Smartphones mehr

9. April 2021 | 9:09 Uhr | Stefan Maus
LG Electronics baut keine Smartphones mehr

2013 noch der drittgrößte Anbieter am Markt, nach Samsung und Apple. Heute nur noch 2% des kompletten Marktanteils. Der südkoreanische Elektronikhersteller IT-Konzern LG Electronics zieht sich nach 15 Jahren aus dem Mobilfunk-Markt zurück. Hier gebe ich Ihnen weitere Infos.

Geschichte der LG Smartphones

Diesen Anlass möchte Ich nutzen, um Ihnen ein paar der wichtigsten und innovativsten Smartphones des Unternehmens vorzustellen. Die Liste geht natürlich noch weiter, aber die Folgenden sind, meiner Meinung nach, die Wichtigsten, die eine Nennung verdienen.

2006 wurde das Touchscreen-Handy KE850 angekündigt. Dieses kann man als Konkurrenz zu dem im darauffolgenden Jahr erschienenen Apple iPhone ansehen. Im Jahr 2007 folgte dann, in Kooperation mit Prada, das sehr erfolgreiche „Prada Phone“. Dieses kann als eine Erweiterung des KE850 angesehen werden.

Erstes Smartphone mit 3D

Ein kleiner Sprung ins Jahr 2011. LG stellt auf der Consumer Electronics Show (CES) in Las Vegas das „Optimus 2X“ vor. Dieses ist das erste Smartphone in der Geschichte mit zwei Prozessor-Kernen. Parallel dazu wird das LG Optimus Black vorgestellt, welches sich durch sein besonders helles Nova-Display auszeichnete. Eine Bildschirmtechnik, die von LG entwickelt wurde. Noch im gleichen Jahr stellt das Unternehmen das „LG Optimus 3D“ vor. Es war das weltweit erste Smartphone mit einer dreidimensionalen Darstellung. Dabei handelt es sich um eine Technik, die es Ihnen ermöglichte Bilder und Videos, auch ohne Brille, in 3D zu sehen.

LG G5 und LG Friends

Anfang 2016 wurden auf dem Mobile World Congress (MWC) in Barcelona, das „LG G5“ und „LG Friends“ vorgestellt. Die „LG Friends“ waren optionale Zubehörartikel, welche bestimmte Features des Handys unterstützen konnten, wenn es gewünscht war. So konnten Sie sich z.B. eine 360°-Kamera dazu kaufen, oder einen Aufsatz, der für eine deutlich bessere Audioqualität sorgte. Das Handy war auch das erste, welches mit einer Ultraweitwinkel-Kamera arbeitete. Eine Funktion, die heutzutage aus keinem guten Smartphone mehr wegzudenken ist. Leider kam das G5 damals nicht sehr gut an. Die Funktion der „LG Friends“, die als nette Idee angedacht war, führte eher zu Verwirrung bei den Endkunden und warf die Frage auf, warum einige der Komponenten nicht direkt eingebaut wurden.

Anfang vom Ende

Das LG G5 leitete damit quasi den Leidensweg des Elektronik-Konzerns ein. Seit 2016 fällt der Marktanteil des südkoreanischen Herstellers stetig. Im Jahr 2020 verkaufte LG Electronics nach eigenen Angaben nur noch 23 Millionen Smartphones. Zum Vergleich: Der Marktführer Samsung verkaufte ca. 256 Millionen und Apple zumindest an die 200 Millionen. Diese Zahlen veranlasste LG dazu, den Smartphone-Markt ab diesem Jahr einzustellen. Das Unternehmen plant noch bis 31. Juli dieses Jahres, die Smartphone-Bestände abzuverkaufen und sich aus dem Markt dann vollständig zurückzuziehen.

Es ist schade, dass LG sich dazu entschieden hat, das Geschäft in der Smartphone-Branche niederzulegen. Dennoch ist der Schritt nachvollziehbar, da die Konkurrenz rund um Xiaomi oder Huawei, gerade in diesem Bereich der Elektronikbranche, in den letzten Jahren immer stärker geworden ist und das Unternehmen keinen Weg mehr sah, seine Smartphones in diesem Markt wieder zu etablieren.

Dennoch ist es zu bedauern, da LG Electronics seit jeher mit innovativen Neuerungen überzeugte. Nicht zuletzt mit dem „LG Wing“, ein Smartphone, welches über 2 Displays verfügt, die bei Bedarf zu einer Art „T“ ausgeklappt werden können. Diese Technik war wieder ein Alleinstellungsmerkmal des Unternehmens, verglichen zu den Dual-Displays der anderen größeren Smartphone-Hersteller.

Updates für aktuelle LG-Geräte

Zu guter Letzt gibt es allerdings einen Lichtblick für alle derzeitigen LG – Nutzer. Das Unternehmen hat bestätigt, dass alle Geräte, mit Erscheinungsdatum 2019, noch mindestens drei Sicherheitsupdates erwarten können. Das bedeutet, dass alle aktuellen Topmodelle zumindest ein Update auf Android 12 noch bekommen werden, evtl. sogar bis Android 13. Die aktuellen Modelle aus dem Jahr 2020 bekommen wenigstens noch 2 Updates. Daraus folgt, dass auch bei diesen Modellen, das Update auf Android 13, rein rechnerisch, auf jeden Fall drin wäre.

Stefan Maus

Stefan Maus

WI Communication Maus, Wiesbaden

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