Alles Wissenswerte zu VPN

30. August 2021 | 8:08 Uhr | Stefan Maus
VPN

Der Begriff VPN läuft einem heutzutage immer häufiger über den Weg. Was früher noch Fachjargon war, ist mittlerweile im Sprachgebrauch jedes Computerkundigen integriert. Doch was genau ein VPN ist, können nur wenige Menschen wirklich gut erklären. Auch online sind die meisten Informationen häufig, entweder zu kompliziert oder unzureichend. Nur wenige Laien in diesem Bereich wissen, dass sich der Einsatz einer VPN auch im privaten Gebrauch durchaus lohnen kann. Daher haben Ich für Sie eine Übersicht mit den wichtigsten Informationen und Fragen zu VPNs erstellt und werde versuchen Ihnen diese im Folgenden nahe zu bringen.

Was ist eigentlich VPN?

Der Begriff VPN steht für „Virtuelles privates Netzwerk.“ Ganz einfach erklärt können Sie mit einer VPN Ihren Datenverkehr im Internet verschlüsseln, sowie Ihre IP-Adresse verschleiern, wodurch Sie anonym im Internet auftreten können. Normalerweise werden sonst, über die IP-Adresse, Ihr Standort und Informationen zu Ihnen bzw. zum User gesammelt.

Wie funktionieren VPNs?

Bei Nutzung eines virtuellen privaten Netzwerkes wird Ihr Netz über einen konfigurierten Remote-Server umgeleitet. Dieser wird von einem sogenannten VPN-Host ausgeführt bzw. betrieben. Wenn Sie also mit einem VPN online surfen, wird durch die Umleitung über den Remote-Server, dieser zum Ursprung Ihrer Daten. So wird es unmöglich für Ihren Provider, oder Dritte, einzusehen welche Webseiten von Ihnen besucht bzw. welche Informationen abgefragt werden. Ein VPN funktioniert in dem Sinne wie ein Filter, welcher alle Daten die über den VPN-Server gesendet oder empfangen werden, in einen Datensalat verwandelt. So kann, selbst wenn jemand Zugang zu den Daten hätte, niemand auf Ihre Informationen zugreifen.

Wann lohnt sich ein VPN?

Ob sich ein VPN für Ihren privaten Gebrauch lohnt, hängt von einigen verschiedenen Faktoren ab. Wenn Sie Ihren Datenverkehr vor Dritten oder bspw. Ihrem Internet-Provider schützen und anonym surfen wollen, ist ein VPN eine gute Möglichkeit. Zwar sind viele Seiten bereits durch eine „https“-Verbindung geschützt, dies trifft allerdings nicht auf alle Seiten zu. Zudem schützt eine VPN-Verbindung Ihre Daten auch in öffentlichen WLAN-Netzwerken (Hotspots). Gerade in diesen Netzwerken ist die Gefahr auf einen Angriff durch Hacker sonst deutlich erhöht.

Kurz zur Verdeutlichung: Eine „https“-Verbindung ist sicher, eine „http“-Verbindung allerdings nicht.

Für viele User wird allerdings die Verschleierung der IP-Adresse einen deutlich größeren Sinn haben. Zum einen können Sie so anonym surfen und zum anderen können Sie so die sogenannte Internetzensur umgehen. Diese gibt an, auf welche Inhalte Sie von Ihrer IP-Adresse bzw. von Ihrem Standort aus zugreifen können. So können Sie bspw. auch von Deutschland aus auf den amerikanischen Netflix-Content zugreifen bzw. aus dem Ausland auf Ihr deutsches Konto zugreifen.

Um auf den Content anderer Länder zugreifen zu können müssen Sie nur in der VPN-Anwendung einen Server im gewünschten Land wählen und schon werden Ihnen die entsprechenden Inhalte angezeigt.

Wie nutzt man ein VPN?

Zuallererst müssen Sie, wie bei jeder anderen Software, das Programm von einem Anbieter kaufen und einrichten. Es gibt zwar auch kostenlose Angebote, allerdings fehlt es diesen häufig an Sicherheit, welcher der Hauptaspekt einer VPN-Verbindung ist.

Bei der Einrichtung müssen Sie i.d.R. nur einen VPN-Server-Standort auswählen und schon können Sie anonym und sicher surfen.

Zusätzlich müssen Sie darauf achten, über den VPN-Server keine personenbezogenen Daten zu verschicken. Über den Server wird zwar Ihre IP-Adresse und somit Ihre Identität geschützt, sollte allerdings ein Hacker auf Daten mit persönlichen Angaben stoßen, kann er anhand dieser trotzdem ein Profil zu Ihnen erstellen. Das gleiche gilt auch, wenn Sie beim Surfen mit Ihrem Google-Konto verbunden sein sollten. Daher sollten Sie generell, wenn es sich vermeiden lässt, keine personenbezogenen Daten im Internet veröffentlichen.

Welcher Anbieter?

Wenn Sie sich entschieden haben, ein virtuelles privates Netzwerk zu nutzen, stellt sich nun natürlich die Frage für welchen Anbieter man sich entscheiden sollte. Es gibt zahlreiche Anbieter mit den verschiedensten Versprechungen. Worauf Sie auf jeden Fall achten sollten, ist, dass der Betreiber auf keinen Fall Logdateien speichert und protokolliert. Sollte dies der Fall sein, kann ich Ihnen nur davon abraten, da der Sinn des anonymen Surfens somit direkt verfällt. Speziell bei kostenlosen Angeboten sucht man diese Garantie häufig vergebens.

Neben den Logdateien gibt es auch noch viele weitere Unterschiede zwischen den verschiedenen Anbietern. So sollten Sie sich im Vorhinein Gedanken zu der Anzahl der verfügbaren Server, sowie der Übertragungsgeschwindigkeit machen. Des Weiteren bieten einige Anbieter einen doppelten VPN-Schutz an. Dieser leitet Ihre VPN-Verbindung direkt über zwei verschieden Server. Auch ein Kill-Switch ist ein gängiges Angebot. Bei diesem wird die Internet-Verbindung Ihres Computers automatisch gekappt (kill), wenn diese nicht über die VPN-Verbindung laufen sollte. Zusätzlich sollten Sie beachten, ob der jeweilige Anbieter sein Angebot auch als App für iOS und Android hat, denn auch hier können die Daten abgegriffen werden. Zu guter Letzt könnte noch der Standort eine entscheidende Rolle spielen. Liegt der Anbieter bspw. in der USA, könnte es sein, dass Ihre Daten, bei Bedarf, an das FBI o.ä. weitergegeben werden. Länder wie bspw. die Schweiz sind, auf Grund Ihrer Datenschutzrichtlinien, hier die bessere Wahl.

Eine Ausnahme zu den (meist mangelhaften) kostenpflichtigen Angeboten bietet hier der sogenannte Tor-Browser, welcher kostenlos ist. Hier verwenden Sie das Tor-Netzwerk verwendet, um anonym zu surfen. Im Gegensatz zu VPN wird beim Tor-Browser Ihre IP-Adresse an die sogenannte Entry-Node übermittelt. Von dort überliefert der Browser die Daten an weitere Knotenpunkte. Hier ist die IP-Adresse nicht mehr einsehbar. Somit könnte Ihre IP-Adresse (Ihre Daten) zumindest bei der ersten Informationsübermittlung abgegriffen werden. Wenn Sie die höchstmögliche Sicherheit erreichen wollen, lohnt es sich ein VPN mit dem Tor-Browser zu kombinieren.

Ist meine Verbindung sicher?

Wenn Sie überprüfen möchten, ob ihre VPN-Verbindung richtig funktioniert, gibt es dafür eine ganz einfache Möglichkeit. Geben Sie einfach in einer beliebigen Suchmaschine ein „Wie ist meine IP“ und wählen Sie eins der Suchergebnisse aus. Hier werden Ihnen nun Ihre IP-Adresse, Ihr Provider und ungefährer Standort angezeigt. Wenn Ihre VPN-Verbindung aktiv und korrekt ist, sollte Ihnen hier der Standort des ausgewählten VPN-Servers (bspw. Polen) angezeigt werden (nicht Ihr korrekter Standort). Wird Ihnen Ihr aktueller Standort angezeigt, hat bei der Verbindung mit Ihrem VPN-Server etwas nicht funktioniert.

VPN auf dem Handy

Das Smartphone ist heutzutage nichts anderes mehr als ein Computer in Mini-Form. Daher sollten Sie bei der Auswahl Ihres VPN-Anbieters auch darauf achten, dass Sie das VPN zusätzlich auf Ihrem Smartphone nutzen können. Die meisten bieten für genau diesen Fall eine App an. Zusätzlich gibt es oft auch die Möglichkeit im Browser sogenannte VPN-Add-Ons zu integrieren. Der Unterschied zwischen App und Add-On ist, dass die App den gesamte Internetverkehr des Geräts und das Add-On nur die Browser-Daten verschlüsselt und anonymisiert.

Nachteile

Natürlich gibt es nicht nur positive Aspekte zu Virtuellen privaten Netzwerken. Die Übertragungsgeschwindigkeiten können abhängig von Anbieter und Standort stark variieren. Wirklich „zu langsam“ sollte es allerdings dennoch nicht werden. Zusätzlich sperren viele Betreiber ihre Webseiten für bestimmte Standorte. Sollte dies der Fall sein, müssen Sie sich i.d.R. über einen anderen VPN-Server (anderer Standort) neu anmelden, um auf die entsprechende Website zugreifen zu können.

Außerdem zwingt, gerade Google, VPN-Verbindungen oft zu sogenannten Captcha-Tests. Dadurch prüft Google, dass tatsächlich ein Mensch und kein Bot hinter der Verbindung steht. Diese Tests dauern zwar normalerweise nur wenige Sekunden, wirken auf Dauer allerdings trotzdem sehr störend.

Fazit

Alles in Allem überwiegen, meiner Meinung nach, die Vorteile eines VPN den Nachteilen. Gerade zur heutigen Zeit, in der die Cyberkriminalität täglich zunimmt, lohnt es sich in ein sicheres und anonymes Auftreten im Internet zu investieren. Man muss sich allerdings darauf einstellen, dass für die meisten guten VPN-Anbieter auch Kosten anfallen werden. Wenn Sie kein Geld in die Hand nehmen möchten, würde Ich Ihnen zu der Nutzung des Tor-Browsers raten. Dieser ist kostenlos, anonym und verhältnismäßig sicher.

 

Stefan Maus

WI Communication Maus, Wiesbaden

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