WhatsApp 2026: Das ändert sich bei Benutzernamen, Anrufen, Gruppen und Datenschutz

9. Oktober 2026 | 9:09 Uhr | Tim Holfert

WhatsApp gehört für viele längst zum digitalen Alltag. Nachrichten, Sprachnachrichten
und Anrufe laufen über den Messenger oft ganz selbstverständlich. Gleichzeitig
entwickelt WhatsApp seine Funktionen weiter und dabei geht es nicht nur um mehr
Komfort, sondern auch um Datenschutz und Sicherheit. Besonders drei Neuerungen
sind aktuell interessant: Benutzernamen sollen die Telefonnummer im Kontakt mit
neuen Personen in den Hintergrund rücken, WhatsApp Web erhält deutlich mehr
Funktionen für Audio- und Videoanrufe und eine bereits verfügbare Einstellung kann
Deine IP-Adresse bei Anrufen besser schützen.

Benutzername statt Telefonnummer: Was sich bei
WhatsApp ändert

Bisher spielt Deine Telefonnummer bei WhatsApp eine zentrale Rolle. Wer mit Dir über
den Messenger kommuniziert, kennt in der Regel auch Deine Handynummer. Genau
daran arbeitet WhatsApp nun. Nutzer können einen individuellen Benutzernamen
reservieren. Dieser soll künftig ermöglichen, mit anderen Personen in Kontakt zu treten,
ohne dass die eigene Telefonnummer automatisch sichtbar sein muss.

Die Reservierung findest Du in den WhatsApp-Einstellungen unter „Konto“ und
„Benutzername“. Wichtig ist dabei die Unterscheidung zwischen Reservierung und
tatsächlicher Nutzung: Einen gewünschten Namen kannst Du bereits sichern, die
vollständige Aktivierung der Benutzernamen soll aber erst später erfolgen. Ein exakter
Starttermin steht noch nicht fest. Als möglicher Zeitraum wird Ende 2026 erwartet.

Für Dich kann das vor allem dann praktisch sein, wenn Du Deine Telefonnummer nicht
sofort an neue Kontakte weitergeben möchtest. Ein Benutzername kann hier eine
zusätzliche Ebene zwischen Deiner persönlichen Mobilfunknummer und der
Kommunikation über WhatsApp schaffen.

 

Neue Benutzernamen können auch Betrüger anlocken

Die Benutzernamen haben nicht nur Vorteile. Nach Einschätzung der
Verbraucherzentrale kann die Umstellung auch neue Möglichkeiten für
Täuschungsversuche schaffen. Zwar könnte es für Kriminelle schwieriger werden, über
große WhatsApp-Gruppen an Telefonnummern zu gelangen. Gleichzeitig lassen sich frei
wählbare Namen aber auch missbrauchen.

So könnten Betrüger versuchen, einen Benutzernamen zu verwenden, der einer
bekannten Person, einem Unternehmen oder sogar einer Behörde ähnelt. Ein seriös
wirkender Name ist deshalb kein Beweis dafür, dass tatsächlich die entsprechende
Person oder Organisation hinter dem Account steckt.

Für Dich bedeutet das: Bleib auch bei WhatsApp-Nachrichten von scheinbar bekannten
Absendern aufmerksam. Besonders bei unerwarteten Forderungen, ungewöhnlichen
Links oder sensiblen Anfragen solltest Du nicht allein auf den angezeigten
Benutzernamen vertrauen.

 

Mehr Sicherheit durch den Username Key

WhatsApp plant für Benutzernamen zusätzlich eine Schutzfunktion, den sogenannten
„Username Key“. Aktivierst Du diesen Benutzernamenschlüssel, genügt Dein
Benutzername allein nicht mehr, damit Dir bisher unbekannte Personen eine Nachricht
schicken können. Zusätzlich wird der passende Schlüssel benötigt.

Das kann besonders dann interessant sein, wenn Du zwar einen Benutzernamen
verwenden möchtest, aber nicht grundsätzlich von jeder Person kontaktiert werden
willst, die diesen Namen kennt. Wichtig: Die Funktion wird nicht automatisch aktiviert.

WhatsApp verstärkt den Schutz Deines Kontos

Auch beim Schutz des WhatsApp-Kontos gibt es Neuerungen. Mehr als eine Milliarde
Menschen nutzen inzwischen einen Passkey für WhatsApp. Damit kannst Du Dich
beispielsweise per Fingerabdruck, Gesichtserkennung oder Bildschirmsperre
authentifizieren, ohne einen zusätzlichen Code oder eine PIN eingeben zu müssen.

Neu ist, dass Du mehrere Passkeys für ein WhatsApp-Konto hinterlegen kannst. Das ist
vor allem praktisch, wenn Du WhatsApp sowohl auf Android- als auch auf iOS-Geräten
verwendest. Einrichten kannst Du die Funktion unter „Einstellungen > Konto >
Passkeys“.

Zusätzlich wird die Verifizierung in zwei Schritten verbessert. Statt der bisherigen
sechsstelligen PIN setzt WhatsApp künftig auf ein vollständiges Passwort. Dieses kann
länger sein und neben Buchstaben und Zahlen auch Sonderzeichen enthalten. Dadurch
soll es schwieriger werden, den zusätzlichen Schutz des Kontos zu umgehen. Du musst den zusätzlichen Schutz selbst einschalten.

 

WhatsApp Web bekommt deutlich mehr
Anruffunktionen

Nicht nur bei der Identität der Nutzer tut sich etwas. Auch WhatsApp Web wird
erweitert. Wer WhatsApp am Computer über den Browser nutzt, kann Audio- und
Videoanrufe direkt dort starten und annehmen. Ein Wechsel in die separate Desktop-
App ist dafür nicht mehr notwendig.

Die neuen Möglichkeiten beschränken sich nicht auf einfache Einzelanrufe. WhatsApp
bringt nach und nach weitere Funktionen in die Web-Version. Dazu gehören ein eigener
Anrufbereich mit Verlauf und Favoriten, Bildschirmfreigabe während eines Gesprächs
sowie die Weitergabe eines laufenden Anrufs zwischen Smartphone, Tablet, Browser
und Desktop.

Mehr Funktionen für Gruppenanrufe

Hinzu kommen Warteräume für Gruppenanrufe. Dabei lässt sich festlegen, dass
Teilnehmer zunächst eine Genehmigung benötigen, bevor sie einem Gespräch beitreten
können. Zusätzlich gehören QuickHD für einen schnelleren Start von Videoanrufen in
HD und eine Geräuschunterdrückung für eine bessere Sprachqualität in lauteren
Umgebungen zu den angekündigten Neuerungen.

Auch Anrufe über WhatsApp Web bleiben Ende-zu-Ende-verschlüsselt. Die neuen
Funktionen werden schrittweise weltweit ausgerollt. Deshalb kann es sein, dass
einzelne Optionen bei Dir noch nicht sofort verfügbar sind.

Mehr Möglichkeiten für WhatsApp-Gruppen

Auch klassische Gruppenchats erhalten neue Funktionen. Umfragen lassen sich künftig
noch flexibler nutzen: Du kannst einen Zeitpunkt festlegen, zu dem die Abstimmung
endet, Antworten auf Wunsch anonymisieren und eine erstellte Umfrage innerhalb von
15 Minuten noch einmal bearbeiten.

Praktisch für wichtige Nachrichten ist außerdem die neue „@alle“-Erwähnung. Damit
kannst Du alle Mitglieder einer Gruppe gleichzeitig benachrichtigen, ohne jeden Kontakt
einzeln markieren zu müssen. In größeren Gruppen mit mehr als 32 Mitgliedern steht
diese Funktion allerdings nur Administratoren zur Verfügung.

Außerdem kannst Du aus einer bestehenden WhatsApp-Gruppe mit wenigen Schritten
eine neue Gruppe mit denselben Mitgliedern erstellen. Das ist beispielsweise praktisch,
wenn Du für ein bestimmtes Thema oder die Planung eines Events einen separaten Chat
benötigst.

 

IP-Adresse bei WhatsApp-Anrufen schützen

Neben neuen Funktionen lohnt sich auch ein Blick in die bereits vorhandenen
Datenschutzoptionen von WhatsApp. Eine davon betrifft Deine IP-Adresse bei Anrufen.

Bei WhatsApp-Anrufen werden direkte Peer-to-Peer-Verbindungen zwischen den
Gesprächsteilnehmern genutzt. Das ermöglicht eine schnelle Datenübertragung und
kann für eine gute Gesprächsqualität sorgen. Gleichzeitig müssen sich die beteiligten
Geräte für diese direkte Verbindung gegenseitig ihre IP-Adressen mitteilen. Bei einem
Gespräch zwischen zwei Personen kann Dein Gesprächspartner deshalb auch Deine IPAdresse sehen.

Über eine IP-Adresse lassen sich unter anderem Hinweise auf den geografischen
Standort oder den verwendeten Internetprovider gewinnen. WhatsApp bietet deshalb
eine optionale Funktion an, mit der Du Deine IP-Adresse während Anrufen besser
verbergen kannst.

 

So funktioniert der zusätzliche Schutz

Ist der Schutz aktiviert, laufen Deine Anrufe nicht mehr als direkte Verbindung zwischen
den Geräten, sondern werden über WhatsApp-Server geleitet. Dein Gesprächspartner
sieht dann nicht Deine eigene IP-Adresse, sondern die IP-Adresse des verwendeten
Servers. Die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung bleibt auch bei dieser Weiterleitung
bestehen.

So aktivierst Du den IP-Schutz bei WhatsApp

Die Einstellung ist etwas versteckt. Du findest sie in WhatsApp unter:
Einstellungen > Datenschutz > Erweitert > IP-Adresse in Anrufen schützen
Dort kannst Du die Funktion einschalten. Die Aktivierung erfolgt nicht automatisch.

 

Mehr Datenschutz kann die Gesprächsqualität beeinflussen

Allerdings gibt es einen möglichen Nachteil: Durch die zusätzliche Weiterleitung über
WhatsApp-Server kann die Gesprächsqualität beeinträchtigt werden. Wenn Du nach der
Aktivierung Probleme bei WhatsApp-Anrufen bemerkst, kannst Du testen, ob sich die
Qualität verbessert, wenn Du den zusätzlichen Schutz wieder deaktivierst.

 

Fazit: Mehr Privatsphäre oder mehr Komfort – was
bringen Dir die Neuerungen?

Die aktuellen WhatsApp-Änderungen zeigen, dass Komfort und Datenschutz immer
stärker zusammenspielen. Benutzernamen können Dir künftig helfen, Deine
Telefonnummer gegenüber neuen Kontakten zurückzuhalten. Gleichzeitig solltest Du bei
unbekannten Accounts genauer hinschauen, denn ein vertrauenswürdig klingender
Benutzername beweist noch keine echte Identität.

WhatsApp Web wiederum wird für alle interessanter, die den Messenger regelmäßig am
Computer verwenden. Audio- und Videoanrufe direkt im Browser sowie Funktionen wie
Bildschirmfreigabe, Warteräume und der Wechsel zwischen Geräten machen die Web-
Version deutlich vielseitiger.

Auch in Gruppenchats gibt Dir WhatsApp mehr Möglichkeiten an die Hand. Erweiterte
Umfragen, die „@alle“-Funktion und das schnelle Erstellen ähnlicher Gruppen sollen
vor allem die Organisation und Abstimmung vereinfachen.

Wenn Dir Datenschutz besonders wichtig ist, lohnt sich außerdem ein Blick auf den
Schutz Deiner IP-Adresse bei Anrufen. Die Funktion ist schnell aktiviert, kann allerdings
Auswirkungen auf die Gesprächsqualität haben.

Ebenso beim Schutz des eigenen Kontos legt WhatsApp nach. Passkeys und die stärkere
Verifizierung in zwei Schritten sollen es schwieriger machen, dass Unbefugte Zugriff auf
Deinen Account erhalten. Gerade bei sicherheitsrelevanten Funktionen lohnt es sich
deshalb, regelmäßig zu prüfen, welche neuen Einstellungen für Dein Konto bereits
verfügbar sind.

Mein Tipp: Schau regelmäßig in die Datenschutz- und Sicherheitseinstellungen von
WhatsApp. Einige Funktionen musst Du bewusst aktivieren, andere Neuerungen werden
erst nach und nach verteilt. So kannst Du selbst entscheiden, welche Möglichkeiten zu
Deinem Nutzungsverhalten passen und welchen zusätzlichen Schutz Du einsetzen
möchtest.

Tim Holfert

Galeon, Dippoldiswalde

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