USB-C einer für alle

16. Oktober 2026 | 10:10 Uhr | Thomas Härtel

Ein Kabel für Smartphone, Tablet und Laptop, genau das soll in Europa immer mehr zum
Standard werden. Bereits seit Ende 2024 müssen viele neu auf den Markt gebrachte
elektronische Geräte mit einem USB-C Anschluss ausgestattet sein. Seit dem 28. April
2026 gilt diese Vorgabe auch für Laptops. Damit wird USB-C endgültig zum wichtigsten
Ladeanschluss für viele Geräte, die uns täglich begleiten.

Die Idee dahinter klingt zunächst einfach: weniger unterschiedliche Kabel und Netzteile,
weniger Elektroschrott und mehr Komfort für Dich. Ganz so einfach ist das Thema
allerdings nicht. Denn nur weil zwei Geräte den gleichen USB-C-Anschluss besitzen,
bedeutet das noch lange nicht, dass jedes Kabel und jedes Netzteil gleich schnell lädt
oder alle Funktionen unterstützt.

Wir erklären Dir, was hinter der USB-C-Regelung steckt, welche Geräte betroffen sind
und worauf Du bei Kabeln und Ladegeräten weiterhin achten solltest.

Was steckt hinter der USB-C Regelung?

Mit der sogenannten „Common Charger Regelung“ möchte die Europäische Union
Ladeanschlüsse für elektronische Geräte vereinheitlichen. USB-C ist also der Standard,
für das Aufladen mit Kabel.

Für Smartphones, Tablets und zahlreiche weitere Geräte gelten die Anforderungen
bereits seit dem 28. Dezember 2024. Seit dem 28. April 2026 sind auch Laptops
einbezogen.

Das Ziel dabei: Du brauchst nicht mehr 5 Kabel für all Deine Geräte, sondern nur noch
ein Kabel für alle Geräte. Die EU verspricht sich davon außerdem weniger Elektroschrott.
Nach Angaben der Europäischen Kommission könnten durch den geringeren Bedarf an
neuen Ladegeräten jährlich rund 980 Tonnen Elektroschrott vermieden werden.

 

Welche Geräte müssen USB-C unterstützen?

Die Regelung betrifft deutlich mehr als nur Smartphones. Dazu gehören unter anderem:

Tablets, Digitalkameras, Kopfhörer und Headsets, In-Ear-Kopfhörer, E-Reader,
tragbare Lautsprecher, mobile Spielekonsolen, Tastaturen, Computermäuse,
tragbare Navigationsgeräte und seit April diesen Jahres Laptops.

Was ändert sich bei Laptops?

Gerade bei Notebooks ist die neue Regelung besonders interessant. Viele moderne
Laptops hatten zwar bereits vorher USB-C Anschlüsse, diese wurden aber nicht
automatisch zum Laden verwendet. Manche Hersteller setzten weiterhin auf eigene
Netzteile und spezielle Ladeanschlüsse.

Damit soll nun zunehmend Schluss sein: Neue Laptops, die unter die EU-Vorgaben
fallen, müssen auch über USB-C geladen werden können.

Das macht vor allem unterwegs einen Unterschied. Statt Netzteile für Smartphone,
Tablet und Notebook mitzunehmen, kann möglicherweise ein leistungsfähiges USB-C Netzteil für mehrere Geräte ausreichen.

 

 

USB-C ist nicht gleich USB-C

Ein USB-C-Stecker sieht von außen fast immer gleich aus. Was ein Kabel tatsächlich
kann, erkennst Du daran allerdings nicht automatisch. USB-C beschreibt zunächst vor
allem die Form des Anschlusses. Kabel können sich bei der möglichen Ladeleistung und
Datenübertragung deutlich unterscheiden.

Ein einfaches Kabel kann beispielsweise zum Laden eines Smartphones ausreichen, bei
einem leistungsstarken Laptop aber an seine Grenzen kommen. Manche Kabel
übertragen außerdem Daten nur langsam oder sind hauptsächlich für das Laden
vorgesehen. Achte also beim Kauf nicht nur darauf, dass auf der Verpackung „USB-C“
steht.

Wie viel Watt brauchst Du?

Smartphones kommen normalerweise mit deutlich weniger Ladeleistung aus als
Notebooks. Ein vorhandenes Smartphone Netzteil kann deshalb zwar den passenden
USB-C Anschluss besitzen, aber für Deinen Laptop trotzdem zu schwach sein.

Bei vielen Notebooks liegen typische USB-C Netzteile beispielsweise bei rund 65 Watt.
Leistungsstarke Geräte können auch 100 Watt oder mehr benötigen. Ein kleines
Smartphone Netzteil liefert diese Leistung häufig nicht. Das Notebook lädt dann
möglicherweise sehr langsam oder beginnt je nach Modell gar nicht erst mit dem Laden.

Andersherum ist ein leistungsstärkeres USB-C-Netzteil nicht automatisch ein Problem
für Dein Smartphone. Gerät und Ladegerät können über geeignete Ladestandards
miteinander kommunizieren und die benötigte Leistung abstimmen. Du kannst daher
beispielsweise ein Smartphone an einem leistungsfähigen kompatiblen USB-C-Netzteil
laden, ohne dass automatisch die maximale Leistung des Netzteils in das Smartphone
geschickt wird.

USB Power Delivery sorgt für schnelles Laden

Ein wichtiger Bestandteil der EU-Regelung ist USB Power Delivery, kurz USB PD. Geräte,
die beim Laden mehr als 15 Watt benötigen, müssen im Rahmen der Vorgaben USB
Power Delivery unterstützen. Dadurch soll das Schnellladen stärker vereinheitlicht
werden und nicht ausschließlich von herstellereigenen Lösungen abhängig sein.

Das bedeutet für Dich: Kompatible Geräte und Netzteile können miteinander
abstimmen, welche Ladeleistung benötigt und unterstützt wird.
Trotzdem lohnt sich ein Blick auf die technischen Angaben. Denn Smartphone, Laptop,
Netzteil und Kabel müssen die jeweilige Leistung unterstützen, wenn Du die maximale
Ladegeschwindigkeit nutzen möchtest.

 

Brauchst Du beim neuen Gerät überhaupt noch ein Netzteil?

Ein weiterer Teil der EU-Regelung betrifft den Verkauf von Geräten und Ladegeräten.
Hersteller müssen Dir grundsätzlich die Möglichkeit geben, entsprechende Geräte auch
ohne zusätzliches Ladegerät zu erwerben. Auf der Verpackung soll außerdem erkennbar
sein, ob ein Ladegerät enthalten ist. Zusätzlich sollen Informationen zu den
Ladeeigenschaften des Gerätes bereitgestellt werden.

Das ist vor allem dann praktisch, wenn bei Dir bereits passende USB-C-Netzteile
vorhanden sind. Statt mit jedem neuen Smartphone oder Tablet ein weiteres Netzteil zu
sammeln, kannst Du vorhandenes Zubehör weiterverwenden.

 

 

 

Muss ich meine alten Kabel jetzt austauschen?

Nein. Nur weil sich USB-C als Standard durchsetzt, musst Du nicht automatisch alle
vorhandenen Kabel ersetzen.

Wenn Deine bisherigen Kabel Deine Geräte zuverlässig und mit der gewünschten
Geschwindigkeit laden, kannst Du sie problemlos weiterverwenden.

Interessant wird ein Wechsel vor allem dann, wenn Du ein neues leistungsfähiges Gerät
kaufst und Dein bisheriges Kabel die benötigte Ladeleistung nicht unterstützt.

Gerade bei Laptops solltest Du deshalb überprüfen:- Welche Ladeleistung benötigt das Gerät?

– Welche Leistung liefert Dein Netzteil?
– Welche Leistung unterstützt das Kabel?
– Unterstützen Gerät und Ladegerät USB Power Delivery?
– Möchtest Du mit dem Kabel zusätzlich größere Datenmengen übertragen?

Nicht jedes USB-C-Kabel kann automatisch alles.

 

Ein Ladegerät für mehrere Geräte?

Das ist einer der größten Vorteile der neuen Regelung. Mit einem ausreichend starken
USB-C-Netzteil kannst Du im Alltag möglicherweise mehrere Ladegeräte ersetzen. Dein
Laptop hängt während der Arbeit am Netzteil und später verwendest Du dasselbe
Ladegerät für Smartphone, Tablet oder Kopfhörer. Besonders praktisch sind Ladegeräte
mit mehreren USB-C-Anschlüssen. Damit kannst Du mehrere Geräte gleichzeitig laden
und musst auf Reisen weniger Zubehör mitnehmen.

Achte dabei allerdings auf die Gesamtleistung des Netzteils. Bei mehreren
angeschlossenen Geräten wird die verfügbare Leistung je nach Modell zwischen den
Anschlüssen verteilt.

 

Weniger Kabelsalat, aber weiterhin genau hinschauen

Die USB-C-Regelung macht das Laden vieler Geräte deutlich einheitlicher. Ganz
verschwinden wird der Kabelsalat dadurch allerdings noch nicht. Denn wie oben
angeführt sehen Kabel, Netzteile und Stecker gleich aus, haben aber häufig
unterschiedliche Ladeleistungen. Deshalb lohnt es sich, insbesondere bei
leistungsstarken Geräten auf Ladeleistung, USB Power Delivery und die unterstützten
Funktionen zu achten.

Passt alles zusammen, wird USB-C aber genau zu dem, was die EU mit der Regelung
erreichen möchte: ein Anschluss, über den Du möglichst viele Deiner Geräte
unkompliziert laden kannst.

Langfristig brauchst Du nicht mehr jeden Anschluss inspizieren, um das richtige Kabel
anzustecken.

Thomas Härtel

Galeon, Dippoldiswalde

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