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Spielplatz im Netz? Was Eltern über Roblox wirklich wissen sollten
„Gleich, ich spiele noch Roblox.“ Für viele Eltern gehört dieser Satz inzwischen zum Alltag. Roblox ist für viele Kinder längst kein einfaches Spiel mehr, es ist ein Treffpunkt, ein Spielplatz und ein Raum für Kreativität.
Doch während Dein Kind virtuelle Welten erkundet und mit Freunden chattet, stellst Du Dir als Elternteil vielleicht Fragen: Mit wem spielt es dort eigentlich? Welche Inhalte bekommt es zu sehen? Wie sicher ist dieses Spiel? Und welche Gefahren können sich dahinter verbergen?
Inhaltsverzeichnis
Was ist Roblox?
Roblox ist kein klassisches Videospiel, sondern eine Online-Plattform, auf der Millionen von Spielen verfügbar sind. Die Plattform wurde von David Baszucki und Erik Cassel entwickelt und im Februar 2006 veröffentlicht. Das Besondere daran ist, dass die meisten Spiele auf Roblox nicht von professionellen Entwicklerinnen und Entwicklern stammen, sondern von den Nutzerinnen und Nutzern selbst erstellt werden. Dadurch wurden viele Kinder und Jugendliche ganz nebenbei zu Spielentwicklern.
Außerdem können Nutzer eigene Avatare gestalten, gemeinsam mit anderen spielen und über Text- oder Voice-Chat miteinander kommunizieren. Roblox ist auf PC, Smartphone, Tablet und Konsole verfügbar und kann somit nahezu überall genutzt werden.

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Warum ist Roblox bei Kindern so beliebt?
Die Plattform verbindet Spielen, Kreativität und soziale Interaktion und trifft damit genau den Nerv vieler Kinder. Dein Kind hat dabei nicht nur die Möglichkeit, Spiele zu spielen, sondern auch eigene Spiele zu entwickeln und Avatare zu gestalten. Dadurch können Kinder ihre eigene virtuelle Welt erschaffen. Ein weiterer wichtiger Punkt ist der soziale Faktor: man kann überall gemeinsam mit Freunden Spiele spielen und chatten. Durch die ständige Entwicklung neuer Spiele durch Nutzerinnen und Nutzer wird es in Roblox nie langweilig. Das führt dazu, dass Kinder oft stundenlang in die Plattform eintauchen. Die große Beliebtheit zeigt sich unter anderem auch darin, dass Roblox bereits 2024 und 2025 den Nickelodeon Kids’ Choice Award in der Kategorie „Lieblings-Videospiel“ gewonnen hat.

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Was Eltern über die App wissen sollten!
Das ständige Entstehen neuer Spiele führt jedoch auch zu Kritik. Die Inhalte der von Nutzerinnen und Nutzern erstellten Spiele werden im Voraus nicht vollständig geprüft. Trotz bestehender Moderation kann es daher vorkommen, dass Spiele mit ungeeigneten Themen, Gewalt oder sexualisierten Anspielungen auftauchen. Auch die In-App-Käufe stellen eine Gefahr für Kinder dar, da sie oft nicht einschätzen können, wie viel echtes Geld hinter den virtuellen Käufen steckt. Ein weiteres Problem ist der mögliche Kontakt mit Fremden. In den Chats kann es zu Belästigungen oder zur Verharmlosung riskanter Inhalte kommen. Schlimmstenfalls nimmt ein anders Kind Kontakt auf, hinter dem in der Realität ein Erwachsener mit schlechten Absichten steckt. Um diesen Problemen entgegenzuwirken und die Sicherheit von Roblox zu erhöhen, gibt es seit Anfang des Jahres eine Altersprüfung per Gesichtserkennung und die Altersverifizierung per ID, also Ausweis.
Die Altersprüfung per Gesichtserkennung – Schutz oder Risiko für Deine Kinder?
Die Altersprüfung per Gesichtserkennung ist ein viel diskutiertes Thema. Mithilfe von Biometrischen Verfahren wird das Alter von den Nutzerinnen und Nutzern bestätigt um bestimmte Chatfunktionen frei zuschalten. Das Ziel ist es, die Kinder besser zu schützen und die Altersgrenzen konsequent umzusetzen. So entstehen altersbasierende Chats, welche es leichter machen, um mit einer ähnlichen Altersgruppe zu kommunizieren und altersgerechte Gespräche zu führen. Kinder unter 9 Jahren benötigen dafür die Zustimmung ihrer Eltern. Ab 13 Jahren können altersverifizierte Nutzer über „Vertraute Connections“ auch mit bekannten Personen außerhalb ihrer Altersgruppe chatten. Kinder unter 16 sollen grundsätzlich nicht mit Erwachsenen kommunizieren können. Standardmäßig dürfen Nutzer und Nutzerinnen nur mit ihrer eigenen Altersgruppe und den Gruppen direkt darüber oder darunter chatten. In der Anwendung stößt das System jedoch auf Kritik: Viele Eltern berichten von falschen Alterszuordnungen, technischen Schwierigkeiten und Bedenken hinsichtlich des Datenschutzes. Häufig wird hinterfragt, ob der Einsatz biometrischer Daten wirklich notwendig ist, oder ob nicht auch elterliche Freigaben und herkömmliche Einstellungen genügen würden. Wichtig für Dich ist daher, genau zu verstehen, wann diese Überprüfung eingesetzt wird und welche alternative Optionen Roblox dafür bereitstellt.
Das sind die häufigsten Probleme bei Roblox und was Du als Elternteil dagegen tun kannst
Um ungeeigneten Inhalten wie Gewalt oder sexuellen Anspielungen vorzubeugen, kannst Du in den Kontoeinstellungen die Altersbeschränkung aktivieren und so nur altersgerechte Inhalte zulassen. Es hilft außerdem, wenn Du zu Beginn gemeinsam mit Deinem Kind spielst, um ein Gefühl für das Spiel und seine Inhalte zu bekommen.
Da es beim Chatten mit Fremden zu Belästigungen kommen kann, solltest Du die Chatfunktionen entweder deaktivieren oder auf „Freunde only“ beschränken. Zusätzlich sind klare Regeln wichtig: keine privaten Daten teilen und bei merkwürdigen Nachrichten sofort Bescheid geben. So könnt Ihr gemeinsam schnell reagieren.
Wenn Du bei der biometrischen Altersverifikation unsicher bist und Datenschutzfragen hast, prüfe zunächst, ob diese Funktion tatsächlich notwendig ist. Du kannst stattdessen auch elterliche Freigaben und Kindersicherungen nutzen.
Um Kostenfallen zu vermeiden, legt gemeinsam ein monatliches Ausgabelimit fest. Aktiviere zusätzlich eine PIN für Käufe und sprich offen über den Wert von Geld, auch im digitalen Raum.
Bleibe im regelmäßigen Austausch mit Deinem Kind. Erkläre, welche Risiken Roblox mit sich bringt. Gespräche über Erlebnisse im Spiel stärken das Vertrauen und Helfen, Probleme früh zu erkennen. Lege außerdem klare Spielzeiten fest. Das geht zum Beispiel über die Geräte-Einstellungen und App-Limits im Family Link (Deiner Jugendschutz-App für das Smartphone Deines Kindes). Um die Spielzeit auf Apple-Geräten zu regulieren, kannst Du in den Einstellungen die Funktion „Bildschirmzeit“ nutzen. Dort lassen sich App-Limits für Spiele und andere Anwendungen festlegen, Auszeiten planen und über die Familienfreigabe Kinderkonten verwalten. In den Bildschirmzeit-Einstellungen kannst Du unter „App-Limits“ ein neues Limit hinzufügen, die Kategorie „Spiele“ oder einzelne Spiele auswählen und ein tägliches Zeitlimit festlegen. Außerdem ist es möglich, die Limits über „Tage anpassen“ für verschiedene Wochentage individuell zu konfigurieren.
Fazit
Roblox kann ein kreativer, sozialer und spannender Ort sein, wenn Kinder nicht allein gelassen werden. Mit den richtigen Einstellungen, klaren Regeln und einer offenen Kommunikation kannst Du die Plattform für Dein Kind deutlich sicherer machen. Entscheidend ist, dass Du am Ball bleibst, die neuesten Entwicklungen verfolgst und gemeinsam mit Deinem Kind über Erlebnisse sprichst und technische Schutzfunktionen bewusst nutzt. So bleibt Roblox ein kreativer digitaler Spielplatz und Du behältst als Elternteil den Überblick und beschützt Dein Kind vor Gefahren. Aus meiner Erfahrung heraus entscheidend ist nicht das Verbot, sondern die bewusste Begleitung. So bleibt Roblox ein Spielplatz für Fantasie, statt ein Risiko für Dein Kind.
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